Was bedeutet Antisemitismus? Wer sind Displaced Persons? Und wie prägt Erinnerungskultur unsere Gegenwart? Das Glossar «Was ist was?» zur Ausstellung «Literatur & Haltung. Rachel Salamanders Archiv» in der Monacensia liefert kompakte Antworten auf zentrale Begriffe – verständlich erklärt und kontextualisiert. Für alle, die tiefer in literarische, politische und historische Debatten eintauchen möchten.
Zentrale Begriffe der Ausstellung einfach erklärt
Ausgangspunkt des Glossars ist das Archiv von Rachel Salamander: Mit ihrer Literaturhandlung hat sie über Jahrzehnte Debatten zu Judentum, Literatur und Zeitgeschichte angestoßen und dokumentiert. Das Glossar macht diese Zusammenhänge zugänglich und dient als Vermittlungsinstrument der Ausstellung. Vor Ort liegt es gemeinsam mit zwei weiteren Booklets kostenlos aus. Über das Alphabet lassen sich die Begriffe gezielt ansteuern, das vollständige Glossar steht als PDF zum Download bereit. Ausgewählte Artikel im MON Mag bieten vertiefende Einblicke.
Glossar von A bis Z
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Alle Glossarbegriffe1 folgen hier in alphabetischer Reihenfolge mit den vollständigen Definitionen aus dem PDF.
A
Amerikanische Militärregierung
In der Nachkriegszeit regelt die amerikanische Militärregierung für Bayern (Office of Military Government for Bavaria), eine Untereinheit des Office of Military Government/US Zone in Frankfurt am Main, das gesamte öffentliche Leben in den bayerischen Städten und auf dem Land (ausgenommen Lindau und Umgebung, das zur französischen Besatzungszone gehörte). Sie entlässt Menschen, die der NSDAP angehört hatten, besetzt die Ämter neu und bewirkt unter anderem eine Schulreform im Zeichen der Demokratie. Das Hauptquartier befindet sich in München. Die amerikanische Militärregierung besteht bis zum September 1949, am 30. Juni 1952 übernimmt das Amerikanische Generalkonsulat in München ihre verbliebenen Aufgaben.
Antisemitismus / antisemitisch
Unter dem Begriff versteht man sämtliche Erscheinungsformen von Feindlichkeit gegen Juden und Jüdinnen. Juden und Jüdinnen werden bis in die Mitte der Gesellschaft als Ursache aller Probleme bezeichnet und dabei nicht nur über ihre Religion, sondern auch als Volk, Nation oder Rasse definiert. Antisemitismus richtet sich sowohl gegen den Einzelnen als auch gegen Juden und Jüdinnen als Gemeinschaft. Verschwörungstheorien enthalten häufig antisemitische Argumentationsmuster.
Weiterlesen:
Archiv / archivieren
In Archiven werden Dokumente von bleibendem Wert dauerhaft aufbewahrt. Meist handelt es sich dabei um Schriftstücke – Briefe, Verträge, Notizen, Manuskripte, Zeitungsausschnitte etc. – oder auch um Fotos, Plakate, Film- und Tonaufnahmen oder Dateien. Für die Aufbewahrung gibt es mehrere Gründe, z. B. die Sicherung von Beweisstücken in Rechtsangelegenheiten. Ein weiterer wichtiger Grund ist die Erinnerungskultur. Das Archiv selbst kann ein Gebäude sein oder ein digitaler Speicherort. Öffentlich nutzbare Archive bieten allen Interessierten die Möglichkeit, im Bestand zu recherchieren und das Archivgut einzusehen. So sammelt z. B. das Literaturarchiv der Monacensia vormals nicht öffentliche Archive von Personen, Institutionen und Netzwerken in und um München und präsentiert diese teils auch in Ausstellungen (siehe auch Archiv Salamander).
Weiterlesen:
- Spuren des Überlebens: Der Nachlass der Dichterin Gerty Spies (20.4.2026)
- Max Mohr – Ein Leben in Briefen (11.2.2026)
Archiv Salamander
Das Archiv Salamander umfasst Hunderte Ordner, über 30.000 Minuten Audiomitschnitte, Videos, Fotos, Briefe, Gästebücher – insgesamt mehr als 40 Meter Archivgut. Die Sammlung veranschaulicht die literarischen und intellektuellen Debatten seit der Nachkriegszeit und liefert zugleich eine Basis für eine Geschichte der Literatur zum Judentum nach 1945. 2022 übergab Rachel Salamander ihr über vier Jahrzehnte aufgebautes Archiv als Schenkung an die Monacensia. Seit 2023 wird es wissenschaftlich erschlossen, digitalisiert, konserviert und zeitgleich vielfältig vermittelt. Erste Ergebnisse sind in die Dauerausstellung »Maria Theresia 23. Biografie einer Münchner Villa« der Monacensia eingeflossen. In der Sonderausstellung »Literatur & Haltung« wird das Archiv Salamander erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.

Autobiografisches Schreiben
Das literarische Genre Autobiografie umfasst alle Werke, in denen der*die Autor*in über sich und das eigene Leben erzählt. Das heißt, Icherzähler*in und Autor*in sind identisch. Er oder sie versucht, persönliche Erinnerungen in eine schlüssige Form zu bringen und so wahrheitsgetreu wie möglich wiederzugeben. Es kann sich um eine komplette Lebensgeschichte handeln oder um ein bzw. mehrere prägende Ereignisse. In der therapeutischen Arbeit gilt autobiografisches Schreiben als heilsame Methode: In der schriftlichen Auseinandersetzung mit der eigenen Lebensgeschichte, also der Biografie, können traumatische Erfahrungen verarbeitet werden (siehe auch Trauma-Literatur).
Autofiktionales Schreiben
Das literarische Genre Autofiktion umfasst alle Werke, in denen der*die Autor*in reale Aspekte über sich und das eigene Leben mit erfundenen, also fiktiven Aspekten verwebt. Icherzähler*in und Autor*in können, müssen aber nicht gleich heißen. Und wenn sie denselben Namen tragen, bedeutet es nicht zwangsläufig, dass es sich um ein und dieselbe Person handelt. Autofiktionales Schreiben treibt bewusst ein Spiel mit Wahrheit und Fiktion; der*die Autor*in erdichtet sich und anderen mitunter ein alternatives Leben. Ähnlich wie das autobiografische kann das autofiktionale Schreiben heilsam wirken. (siehe auch Trauma-Literatur).
B
Betzavta-Methode
Das hebräische Wort für Miteinander bezeichnet einen methodischen Ansatz aus der
Demokratiebildung: Die Betzavta-Methode wird Ende der 1980er-Jahre am Adam Institute for Democracy and Peace in Jerusalem entwickelt, um in Israel die Erziehung zur Demokratie zu fördern. In den 1990er-Jahren wird das Konzept vom Centrum für angewandte Politikforschung in München für die Bildungsarbeit in Deutschland angepasst. In verschiedenen Übungen wird das Erfahren, Erlernen und Begreifen eines demokratischen Miteinanders konkret erlebbar. Die intensive Reflexion der behandelten Themen und des Gruppenprozesses ermöglicht einen persönlichen und emotionalen Zugang zu den Inhalten.
D
Deportation
Der aus dem Lateinischen stammende Begriff bezeichnet die staatlich organisierte Verschleppung, Verbannung einer oder mehrerer Personen. Dabei kann es sich um unbequeme politische Akteur*innen handeln – aber auch um ganze Volksgruppen, die vom herrschenden Regime unerwünscht sind. Deportationen finden bereits im antiken Rom statt. Seitdem sind sie fester Bestandteil der (Unrechts-)Geschichte der Menschheit. Ihren grausamen Höhepunkt erreicht die unmenschliche Praxis im Nationalsozialismus: Juden und Jüdinnen sowie weitere Minderheiten werden in Ghettos und verschiedene Lager deportiert. Die sogenannte »Endlösung der Judenfrage«, deren Umsetzung auf der Wannseekonferenz am 20. Januar 1942 beschlossen wurde, sieht schließlich die systematische Ermordung aller Juden und Jüdinnen vor. Dafür werden sie in eigens dafür errichtete Vernichtungslager deportiert (siehe auch Konzentrationslager). Heute gelten Deportationen als Kriegsverbrechen bzw. in Friedenszeiten als Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Sie werden vom Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag verfolgt.
Displaced Person (DP)
Der amerikanische Begriff bedeutet »verschleppte oder vertriebene Person«. Er wird in der Nachkriegszeit von der in Deutschland stationierten amerikanischen Militärregierung geprägt: für die Millionen von Juden und Jüdinnen und andere, die aufgrund des Krieges ihrer Heimat beraubt worden sind. Die Siegermächte versorgen die DPs und helfen bei deren Weiterreise in andere Länder. Finanzielle, medizinische sowie psychologische Unterstützung erhalten die jüdischen DPs jedoch vorwiegend von jüdischen Hilfsorganisationen aus den USA, Großbritannien, Frankreich und Palästina. München entwickelt sich zum Transitpunkt für viele Tausende DPs.
Weiterlesen:
- Vom Wiederaufbau jüdischer Kultur nach 1945 – Teil 1: Displaced Persons in München (30.3.2026)
- Der jüdische Schwarzmarkt in der Möhlstraße und die Münchner Polizei (12.2.2025)
- Die Möhlstraße – Zentrum jüdischen Lebens im Nachkriegsmünchen (24.10.2024)
- Marga und Alex Hochhäuser: Jüdische Displaced Persons in der Möhlstraße (23.10.2024)
DP-Literatur
Bezeichnung für alle literarischen Werke der Displaced Persons in der Nachkriegszeit ab 1945. Sie entstehen teilweise direkt in den von der amerikanischen Militärregierung errichteten DP-Lagern. Verfasst von Holocaust-Überlebenden, sind es die ersten gedruckten Publikationen von Juden und Jüdinnen nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland. Die jiddischen Gedichte, Erzählungen und Essays leisten Trauerarbeit und eine frühe Aufarbeitung des Erlebten (siehe auch Jiddische Literatur und Schejres Haplejte).
Weiterlesen:
- Mon-Mag-Dossier Schejres Haplejte. Jiddisch schreiben nach der Befreiung
Dritte Generation
Bezeichnung für die Enkel*innen einer bestimmten (Bevölkerungs-)Gruppe, also die direkten Nachkommen der zweiten Generation. Hier: die Enkel*innen von Juden und Jüdinnen, die den Holocaust überlebt haben. Anders als die zweite Generation, die direkt mit den seelischen und körperlichen Verletzungen ihrer Eltern aufwuchs, blickt die dritte Generation aus größerem zeitlichem Abstand auf das damalige Geschehen. Es ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass sich (Kriegs-)Traumata (siehe auch Trauma-Literatur) bis auf die dritte und vierte Generation auswirken können.
E
Erinnerungskultur
Der Begriff entstand in Deutschland durch die Auseinandersetzung mit den Verbrechen des Nationalsozialismus. In jüngster Zeit beschäftigt sich Erinnerungskultur auch mit der deutschen Kolonialgeschichte um 1900 sowie mit dem in der Nachkriegszeit geteilten Deutschland. Eine Herausforderung für die Erinnerungskultur ist der demografische Wandel: Es leben nur noch wenige Zeitzeug*innen, weshalb neue Formen der Vermittlung und Erinnerung notwendig werden.
H
Hebräisch
Hierbei handelt es sich um eine der weltweit ältesten Sprachen, die in Alt-, Mittel- und Neuhebräisch unterteilt wird. Althebräisch ist die Sprache des Alten Testaments. Mittelhebräisch ist die Sprache der gelehrten Juden ab ca. 200 vor Christi. Mit dem Neuhebräischen wird die Sprache im späten 19. Jahrhundert wiederbelebt. Das Ziel ist, eine jüdische National- und Alltagssprache zu etablieren. Das moderne Hebräisch »Iwrit« ist Amtssprache in Israel und wird weltweit von etwa 9 Millionen Menschen gesprochen. Anders als das Deutsche wird Hebräisch von rechts nach links geschrieben und nicht in Groß- und Kleinbuchstaben unterteilt. Die insgesamt 22 Buchstaben können in Druck- oder Schreibschrift geschrieben werden.
Hebräische Literatur
Diese Literatur umfasst alle auf Hebräisch und mit hebräischen Schriftzeichen verfassten Werke. Hebräische Literatur blickt auf eine jahrtausendelange Geschichte zurück. Analog zur gesprochenen hebräischen Sprache entwickelte sich jedoch erst im 19. und 20. Jahrhundert die von religiösen Themen losgelöste moderne hebräische Literatur. Als einer ihrer Nationaldichter gilt der jüdische Schriftsteller Chaim Nachman Bialik (1873–1934). Erste Übersetzungen hebräischer Literatur ins Deutsche erschienen noch vor der Staatsgründung Israels 1948, also vor dem Aufkommen der israelischen Literatur.
Weiterlesen:
Holocaust / Shoah (auch: Schoah)
Das dem griechischen holókaustus entlehnte Wort bedeutet »völlig verbrannt«. Shoah stammt aus dem Hebräischen und bedeutet »große Katastrophe«. Beide Begriffe bezeichnen die systematische Vernichtung der Juden und Jüdinnen während des Nationalsozialismus. Darüber hinaus werden Sinti*zze und Rom*nja, politisch Andersdenkende, Homosexuelle, Obdachlose, Behinderte und »Asoziale« verfolgt und ermordet. Sie werden in die sogenannten Konzentrationslager verschleppt. Sechs Vernichtungslager werden eigens dafür geschaffen, um Juden und Jüdinnen in Gaskammern zu ermorden. Über 6 Millionen werden zwischen 1933 und 1945 getötet.
Holocaust-Literatur
Der Begriff scheint im ersten Moment selbsterklärend: Es handelt sich um Literatur, die sich inhaltlich mit dem Holocaust befasst. Jedoch ist es wissenschaftlich umstritten, welche Gruppe von Texten tatsächlich dazugehört. Der Arbeitsstelle Holocaustliteratur der Universität Gießen zufolge umfasst Holocaust-Literatur
alle literarischen Werke, die das Schicksal der politischen, rassischen und anderen Opfergruppen der Nationalsozialisten zentral behandeln.
Demnach ist es unerheblich,
- ob die Texte während des Holocaust oder nachträglich entstanden sind,
- ob es sich um autobiografische, autofiktionale oder fiktionale Werke handelt,
- ob sie von direkt Betroffenen verfasst wurden,
- von der zweiten und dritten Generation oder
- von Unbeteiligten, z. B. Historiker*innen oder Journalist*innen.
Holocaust-Mahnmal
Verkürzte Bezeichnung für das Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin-Mitte, die zentrale Gedenkstätte Deutschlands, um an die über 6 Millionen jüdischen Opfer des Holocaust zu erinnern. Das von dem Architekten Peter Eisenman entworfene Denkmal besteht aus einem über 19.000 Quadratmeter großen begehbaren Stelenfeld und einem darunter gelegenen unterirdischen Informationszentrum. Eröffnet wird es am 10. Mai 2005, die Anregung dazu gibt die Publizistin Lea Rosh bereits im August 1988.
I
Israelitische Kultusgemeinde München
Die Israelitische Kultusgemeinde München entsteht 1815. Mit der deutschen Reichsgründung 1871 wächst sie rasant. Juden und Jüdinnen haben ab 1871 formal dieselben Rechte wie alle Bürger*innen, die Realität sieht anders aus: Sie sind im Alltag Diskriminierungen ausgesetzt, etwa bei Karrieren im Staatsdienst und im Militär. 1910 gehören knapp zwei Prozent der Münchner*innen dem Judentum an. Ab den 1920er-Jahren wird das Leben für Juden und Jüdinnen noch schwieriger, nach Hitlers Machtübernahme 1933, den Nürnberger Gesetzen 1935 und den Novemberpogromen 1938 praktisch unmöglich. In den letzten Kriegsjahren existiert die Gemeinde nicht mehr. Am 15. Juli 1945 wird die Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern (IKG) neu gegründet. Heute ist sie die größte jüdische Gemeinde in Deutschland, seit 2006 bildet das Jüdische Zentrum am St.-Jakobs-Platz ihren Hauptsitz.
Israelische Literatur
Diese Literatur umfasst alle Werke, die seit der Staatsgründung Israels im Jahre 1948 dort entstanden sind bzw. entstehen. Wenn sie auf Hebräisch verfasst sind, zählen sie zugleich zur hebräischen Literatur. Die Autor*innen der israelischen Literatur beschäftigen sich erst vergleichsweise spät mit dem Holocaust und seinen Auswirkungen auf die zweite und dritte Generation und/oder nehmen offensiv aktuelle politische und gesellschaftliche Ereignisse in Israel in den Blick.
J
Jiddisch
Entstanden ist Jiddisch zwischen dem 9. und 12. Jahrhundert in deutschen jüdischen Gemeinden, die die mittelhochdeutsche Sprache mit hebräischen Wörtern ergänzten, später kamen osteuropäische Sprachen hinzu. Die jiddische Sprache ist ortsunabhängig und wird heute auf der ganzen Welt von etwa einer Million Menschen gesprochen.
Jiddische Literatur
Diese Literatur umfasst alle auf Jiddisch verfassten Werke. Verfasst sind diese mit hebräischen Schriftzeichen – Ausnahme: Die in der Nachkriegszeit von den Schejres Haplejte in München entstandene jiddische Literatur wurde manchmal mit lateinischen Schriftzeichen gedruckt und publiziert, wenn es keine Maschine mit hebräischen Schriftzeichen gab. Die (alt)jiddische Literatur entstand im 13. Jahrhundert in Deutschland. Sie breitete sich im Zuge der Wanderungsbewegungen der Juden und Jüdinnen nach Holland, Italien, Spanien, Portugal und in die slawischen Länder aus und umkreiste hauptsächlich religiöse Themen. Die darüber hinausgehende moderne jiddische Literatur entwickelte sich ab 1800 – und zum Ende des 19. Jahrhunderts blühte kurzzeitig die literarische Klassik des Jiddischen auf. 1978 erhielt mit Isaak Baschewis Singer der erste und bislang einzige Schriftsteller jiddischsprachiger Werke den Literaturnobelpreis.
Weiterlesen und -hören:
- Jiddische Stimmen nach 1945 – Teil 1: Überleben, Rückkehr und literarisches Erinnern
- Jiddische Literatur heute (11.5.2026)
Judentum
Der Begriff bezeichnet sowohl ein Volk als auch eine Religion. Nach religiöser Tradition gilt als Jude oder Jüdin, wer eine jüdische Mutter hat. Zum Judentum zu konvertieren, ist auch möglich. Es ist eine der fünf großen Weltreligionen neben Hinduismus, Buddhismus, Christentum und Islam. Die beiden letzteren haben sich aus dem Judentum entwickelt und glauben wie dieses an nur einen Gott. Das Judentum entstand vor über 3000 Jahren. In dieser langen Zeit sind dessen Angehörige immer wieder verfolgt und vertrieben worden (siehe auch Holocaust). 1948 wird Israel als jüdischer Staat gegründet. Heute leben dort mit über 7 Millionen etwas weniger als die Hälfte aller Juden und Jüdinnen weltweit, 7,5 Millionen leben in den USA.
Jüdische Museen
Diese öffentlich zugänglichen Institutionen vermitteln jüdische Geschichte, Kultur, Religion und Lebenswelten. Als wissenschaftliche Einrichtung folgen sie einem Bildungsauftrag, das heißt: Ihr Ziel ist, unabhängig von politischer Einflussnahme die Vielfalt jüdischen Lebens zu verschiedenen Zeiten abzubilden, dabei ebenso über den Holocaust zu informieren wie über Antisemitismus, den Staat Israel und weitere das Judentum betreffende aktuelle Themen.
- Das am 9. November 1988 eröffnete Jüdische Museum Frankfurt ist das hierzulande erste eigenständige Jüdische Museum.
- Das 2001 eröffnete Jüdische Museum Berlin ist das größte in Europa. Auf dessen Website www.jmberlin.de findet sich eine Linksammlung zu weiteren jüdischen Museen und Museen mit jüdischen Sammlungen in Deutschland sowie zu Gedenkstätten.
- Das städtische Jüdische Museum München öffnete 2007 und beherbergt seitdem auch die Literaturhandlung.
Jüdisches Altenheim in der Münchner Reichenbachstraße
Am 13. Februar 1970 sterben bei einem Brandanschlag auf das Jüdische Altenheim sieben Menschen. Sie alle hatten den Holocaust überlebt. Der Anschlag bleibt Jahrzehnte lang unaufgeklärt und verändert das jüdische Leben in Deutschland: Fortan werden jüdische und israelische Einrichtungen in der Bundesrepublik Deutschland verstärkt unter Polizeischutz gestellt. Das Altenheim befand sich im damaligen Gemeindezentrum der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern. 2025 werden dank Hinweisen aus der Bevölkerung die Ermittlungen zum Brandanschlag wiederaufgenommen. Ende Januar 2026 und damit 56 Jahre später gibt die Münchner Generalstaatsanwaltschaft einen mittlerweile verstorbenen Neonazi als dringend Tatverdächtigen bekannt.
K
Kibbuz
Der hebräische Begriff bedeutet Versammlung, Gemeinschaft. Er bezeichnet eine ländliche Gemeinschaftssiedlung in Israel, in der das Zusammenleben und Arbeiten kollektiv, also gemeinsam, freiwillig und demokratisch organisiert wird. Der erste Kibbuz entsteht bereits 1910 nahe des Sees Genezareth. Er soll einer gleichberechtigten, klassenlosen Gesellschaft eine Heimat geben, in der Eigentum gemeinschaftlich verteilt wird. Die ersten Kibbuz-Pioniere kamen aufgrund der Vertreibung aus Osteuropa, aber auch aus Überzeugung. Heute gibt es sowohl säkulare als auch religiöse Kibbuzim mit unterschiedlich starker Orientierung an jüdischen Traditionen und an den frühen sozialistischen Idealen.
Kontingentflüchtlinge
Allgemeine Bezeichnung für Menschen, die ohne Asylantrag von einem Staat aus völkerrechtlichen oder humanitären Gründen aus Krisengebieten aufgenommen werden. Hier: Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 dürfen Juden und Jüdinnen sowie deren Angehörige bzw. Menschen mit jüdischen Vorfahr*innen als sogenannte Kontingentflüchtlinge auch nach Deutschland übersiedeln. Deren Einwanderung vergrößert die jüdische Gemeinschaft in Deutschland und fordert sie zugleich heraus: Die meisten Kontingentflüchtlinge haben kaum Erfahrung mit dem religiösen Judentum, da jüdisch zu sein in den sowjetischen Staaten als Nationalität galt und die Ausübung einer Religion unterdrückt wurde.
Weiterlesen:
Konzentrationslager (KZ)
Der vom englischen concentration camp abgeleitete Begriff bezeichnet ein großes Gefangenenlager. Zur Zeit des Nationalsozialismus betreibt das NS-Regime in Deutschland und in von Deutschland besetzten Ländern KZs, in denen Juden, Jüdinnen und weitere unerwünschte Personengruppen unter menschenunwürdigen Bedingungen zwangsinterniert sind. Sie werden gezielt durch Zwangsarbeit, Hunger, Seuchen und Gewalt getötet. Seit 1941 bestehen zudem sechs Vernichtungslager, in denen die Häftlinge systematisch ermordet werden. Das größte Vernichtungslager befindet sich in Auschwitz in Polen.
L
Literaturhandlung
Die Literaturhandlung ist die erste Fachbuchhandlung für Literatur zum Judentum in Deutschland nach 1945. Sie wird 1982 von der promovierten Literaturwissenschaftlerin Rachel Salamander in der Fürstenstraße in München eröffnet und gibt Jahrzehnte nach der Vernichtung durch den Nationalsozialismus dem jüdischen intellektuellen Leben wieder eine nachhaltige Präsenz im öffentlichen Bewusstsein. 1991 entsteht mit der Literaturhandlung Berlin die erste Filiale, weitere folgen in
- Wien,
- Dorsten,
- Fürth,
- Würzburg und
- Dachau.
2007 zieht die Literaturhandlung in das Jüdische Museum München am St.-Jakobs-Platz.

Weiterlesen:
- Ein lebendiger Bücherschrank in der Fürstenstraße (27.4.2026)
- Der ‹Kosmos› Literaturhandlung – eine Buchhandlung als Möglichkeitsraum (9.3.2026)
- Rachel Salamander und die Literaturhandlung: Der Ort für Literatur zum Judentum und intellektuelle Debatten (28.1.2026)
Literatur zum Judentum
Hierzu zählen sämtliche Werke, die sich inhaltlich mit dem Judentum in all seinen Facetten befassen. Dabei ist es unerheblich,
- wann und wo sie entstanden sind, und
- wer sie in welcher Sprache verfasst hat.
Im Mittelpunkt steht das Thema Judentum, nicht die Herkunft der Autor*innen. So finden sich in Rachel Salamanders 1982 eröffneter Literaturhandlung neben Romanen und Biografien unter anderem Bücher zu den Themen Religion, Geschichte, Kochen, Humor oder Musik, insgesamt über 40 Sachgebiete. Es gibt eine Abteilung zu Judenfeindschaft und Antisemitismus, zum Zionismus und Nahostkonflikt, zu jüdischem Leben nach 1945 sowie Kinder- und Jugendbücher.
Weiterlesen:
M
Machloket
Der hebräische Begriff bedeutet Teilung, Auseinandersetzung und steht für jüdische Streitbarkeit im positiven Sinn. Bei einem Machloket setzt keine der beteiligten Personen ihre Meinung unbeirrt durch. Vielmehr geht es darum, durch Argumente die eigene Position zu erklären – und zugleich offen für die Argumente des Gegenübers zu bleiben und diese zu akzeptieren, wenn sie sich als die stimmigeren erweisen. Die ursprünglich auf religiöse Themen angewandte Streitkultur wird heute auch auf ethische, politische, gesellschaftliche oder kulturelle Auseinandersetzungen übertragen.
N
Nationalsozialismus / NSDAP
Mit dem Begriff bezeichnet sich eine politische Ideologie bzw. Partei mit fanatischen völkischen, antisemitischen und nationalistischen Ansichten. Ihre Entstehung ist eng mit den nachrevolutionären Verhältnissen von 1918/19 und der Niederschlagung der Räterepublik verbunden. Die frühe Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) warb ihre Mitglieder zum Teil aus den aufgelösten Verbänden der Freikorps an. Von 1933 bis 1945 errichtet die NSDAP in Deutschland eine totalitäre Diktatur. Unter den ähnlich oder gleichgesinnten politischen Kräften Europas (Faschismus) stellt der Nationalsozialismus aufgrund seines rassischen Antisemitismus und seiner Vernichtungspolitik die extremste Variante dar.
O
Orthodoxie / orthodox
Das aus dem Griechischen stammende Wort bedeutet Recht- bzw. Strenggläubigkeit. Auf die Religion übertragen – egal ob im Judentum, Christentum oder im Islam – bezeichnet Orthodoxie die wortwörtliche Auslegung der heiligen Schriften. Das heißt, eine orthodoxe Person orientiert sich unbeirrt an der Lehre der Kirche oder einer religiösen Führungsperson, hält sich an die Vorgaben und übt ihre Religion streng aus.
R
Rabbiner und Rabbinerin
Hierbei handelt es sich seit dem Altertum um einen anerkannten jüdischen Gelehrten und Lehrer, der die Tora auslegt. Rabbi ist hebräisch und bedeutet »mein Lehrer/mein Meister«. Rabbiner stehen einer jüdischen Gemeinde als religiöses Oberhaupt vor, sie beraten in Glaubens- und Lebensfragen, leiten Gottesdienste, predigen und lehren. In Deutschland beschäftigen sie sich zudem in zwei Rabbinerkonferenzen mit religionsrechtlichen Fragen: Die Orthodoxe Rabbinerkonferenz vereint orthodoxe Rabbiner, die Allgemeine Rabbinerkonferenz Rabbiner sowie Rabbinerinnen verschiedener nicht orthodoxer Strömungen des Judentums. Regina Jonas aus Berlin wurde 1935 als weltweit erste Frau zur Rabbinerin ordiniert. Sie wurde 1944 in Auschwitz ermordet.
Recherche / recherchieren
Das aus dem Französischen stammende Wort bedeutet Ermittlung oder Nachforschung. Eine Recherche umfasst verschiedene Tätigkeiten zur Informationsgewinnung wie
- suchen,
- auswerten,
- filtern,
- organisieren und
- strukturieren von Daten und Erkenntnissen.
Recherchen können professionell erfolgen – z. B. im Journalismus, bei der Kriminalpolizei oder in der (Literatur-)Wissenschaft – sowie im privaten Bereich, z. B. bei einer Reiseplanung. Sie können vor Ort stattfinden – z. B. in einem Archiv oder einer Bibliothek – oder auch online auf einem digitalen Gerät.
Rote Armee
Die 1918 unter maßgeblicher Beteiligung des russischen Revolutionärs Leo Trotzki als »Arbeiter- und Bauernarmee« gegründete Rote Armee entwickelt sich zur Streitkraft der Sowjetunion. Zusammen mit den Westalliierten trägt sie zum Ende des Zweiten Weltkriegs bei.
Rote Sammlung
Hierbei handelt es sich um das Herzstück des Archiv Salamander: Über vier Jahrzehnte hinweg dokumentiert Rachel Salamander die Entwicklung der Literatur zum Judentum sowie zeitgeschichtliche Debatten. Mit den von ihr thematisch geordneten Zeitungsausschnitten, Korrespondenzen und Dokumenten füllt sie Hunderte von Aktenordnern. Der roten Farbe dieser Ordner verdankt die einzigartige Sammlung ihren Namen.
S
Säkular
Der vom mittellateinischen saecularis stammende Begriff bedeutet wörtlich übersetzt unter anderem weltlich, heidnisch. In einer säkularen Gesellschaft bzw. einem säkularen Staat herrscht Religionsfreiheit. Das heißt: Jeder Mensch darf seine Religion frei ausüben – oder selbstbestimmt darauf verzichten –, ohne rechtliche Folgen fürchten zu müssen. Zudem sind Politik und Religion klar getrennt. Das heißt: Politische Entscheidungen werden unabhängig von religiösen Autoritäten getroffen. Der Begriff wird auch in Bezug auf einzelne Menschen verwendet. So gibt es säkulare Juden und Jüdinnen, die aus jüdischen Familien stammen, selbst aber nicht aktiv die Religion ausüben – im Unterschied zu orthodoxen Juden und Jüdinnen.
Schejres Haplejte
Der Begriff ist Jiddisch und bedeutet »Rest der Geretteten«. Es ist die Selbstbezeichnung der jüdischen Holocaust-Überlebenden. Viele von ihnen leben als Displaced Persons in der amerikanischen Besatzungszone. Im Online-Dossier »Schejres Haplejte. Jiddisch schreiben nach der Befreiung« widmet sich die Monacensia der jiddischen Literatur, die in und um München ab 1945 bis Anfang der 1950er-Jahre entstand. Das Dossier wächst fortlaufend – als offenes Archiv jiddischer Literatur und lebendiger Erinnerungskultur.

Weiterlesen:
- Dossier im MON Mag Schejres Haplejte. Jiddisch schreiben nach der Befreiung
Shoah, siehe: Holocaust
Stolpersteine
Das von dem Künstler Gunter Demnig 1992 initiierte Projekt Stolpersteine möchte europaweit an ermordete Juden, Jüdinnen und weitere NS-Opfer gedenken. Ein Stolperstein ist ein kleiner Betonwürfel mit einer Messingplatte, auf die Informationen zum Schicksal der betreffenden Person geprägt sind. Er wird auf dem Gehweg vor dem Wohnhaus verlegt, in dem diese zuletzt freiwillig lebte. Die Idee ist, die Menschen, denen das NS-Regime Nummern gab, um sie zu entmenschlichen, namentlich in ihre Städte zurückzuholen. Kritiker*innen lehnen die Form des Gedenkens ab: Dass die Messingplatten auf der Straße mit Füßen getreten und beschmutzt werden, verstehen sie als weitere Demütigung der NS-Opfer. In München ist das Verlegen von Stolpersteinen im öffentlichen Raum verboten, auf privatem und staatlichem Grund jedoch möglich, siehe www.stolpersteine-muenchen.de.
Synagoge
Der aus dem Griechischen stammende Begriff bedeutet Vereinigung, Versammlung, Zusammenkunft und ist eine Übersetzung des hebräischen »Beth Knesset« (Haus der Versammlung). Eine Synagoge ist das Gotteshaus der Juden und Jüdinnen. Hier trifft sich die jüdische Gemeinde zum Gebet und zu rituellen Veranstaltungen. Synagogen sind nach Osten ausgerichtet, in Richtung des Jerusalemer Tempelberges.
Synagoge Reichenbachstraße
Diese am 15. September 2025 wiedereröffnete Synagoge hat eine knapp hundertjährige Geschichte: 1929 beschließen in München an sässige Juden und Jüdinnen den Neubau einer Synagoge in der Reichenbachstraße 27. Eröffnung ist am 5. September 1931. Beim Novemberpogrom in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wird sie zerstört. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzen Holocaust-Überlebende sie notdürftig instand und weihen sie am 20. Mai 1947 als neue Hauptsynagoge ein. Seit der Eröffnung der Ohel-Jakob-Synagoge am St.-Jakobs-Platz am 9. November 2006 wurde sie nicht mehr genutzt. Ihre Sanierung geht auf die Initiative von Rachel Salamander zurück: Um das hochrangige Bauwerk in seiner Urfassung wiederherzustellen und damit ein wichtiges Zeugnis jüdischer Geschichte in München zu retten.
T
Tarbut-Kongress
Kurzform für Jüdischer Kulturkongress Tarbut, das hebräische Wort für Kultur. Dieses kulturelle Forum für innerjüdische Debatten wird von Rachel Salamander und Michael Brenner organisiert. Zwischen 2001 und 2018 findet Tarbut zehnmal auf Schloss Elmau unter einem jeweils anderen übergreifenden Thema statt. Die internationalen Gäste aus Literatur, Kunst, Wissenschaft und Politik treten in verschiedenen Veranstaltungsformaten auf und tauschen sich in Diskussionsrunden aus. Die Teilnehmenden vertreten durchaus unterschiedliche Meinungen und Positionen. Der Tarbut-Kongress selbst versteht sich als unabhängig und religiös wie gesellschaftlich neutral.

Weiterlesen:
Trauma-Literatur
Dieses literarische Genre umfasst alle Werke, in denen sich Autor*innen mit Gewalt, Flucht, Vertreibung, Krieg oder anderen katastrophalen Ereignissen auseinandersetzen, die körperliche, vor allem aber seelische Verletzungen zur Folge haben – sogenannte Traumata. Dabei kann es sich um ein individuelles Schicksal handeln oder auch um eine Erfahrung, die eine Gruppe von Menschen ähnlich erlebt hat. Ein erlittenes Trauma kann eine Person und ihre Nachkommen nachhaltig prägen und begleiten (siehe auch zweite und dritte Generation).
Z
Zeitzeug*innen
Bezeichnung für Personen, die ein historisches Ereignis miterlebt haben und persönlich davon erzählen. In Zeiten von Fake News, Künstlicher Intelligenz und Holocaust-Leugnung sind diese persönlichen Berichte besonders wichtig: Zeitzeug*innen sprechen im Schulunterricht, in der politischen Bildung und der Museumsarbeit. Nur noch wenige Überlebende des Holocaust können vom erlebten Unrecht während des NS-Regimes Zeugnis ablegen. Unter dem Begriff »Zweitzeug*innen« treten ihre Nachkommen das Erbe an. Sie berichten von den Erfahrungen ihrer Verwandten und dem Einfluss auf ihr eigenes Leben (siehe auch zweite und dritte Generation). Zudem werden bei der sogenannten Oral History Erzählungen von Zeitzeug*innen in Ton und/oder Bild aufgenommen und für die Nachwelt archiviert.
Weiterlesen:
- «Die deutsche Sprache ist meine Heimat» – Roman Haller über das jüdische Leben im Nachkriegsmünchen (26.11.2025)
- «Wir haben lange noch aus Koffern gelebt» – Der Zeitzeuge Paul T. über das jüdische Leben im Nachkriegsmünchen (19.3.2025)
Zweite Generation
Allgemein bezeichnet der Begriff die Kinder einer bestimmten (Bevölkerungs-)Gruppe, z. B. die in Deutschland geborenen und/oder aufgewachsenen direkten Nachkommen von (Arbeits-)Migrant*innen. Hier: Bezeichnung für die Kinder von Juden und Jüdinnen, die den Holocaust überlebt haben oder auch im Holocaust ermordet wurden. Der Einfluss der seelischen und körperlichen Verletzungen der Eltern auf die nachfolgende Generation wurde lange unterschätzt. Inzwischen weiß man, dass sich unverarbeitete seelische Traumata (siehe auch Trauma-Literatur) unbeabsichtigt und oft unbewusst auf die Nachkommen übertragen und sich auf ihre seelische Gesundheit auswirken können. Der Fachausdruck dafür lautet transgenerationale Weitergabe.
Hinweis zur Leseführung und Vertiefung
Fett gesetzte Begriffe verweisen auf eigene Einträge im Glossar.
Personen werden im ergänzenden Verzeichnis «Wer ist wer?» zur Ausstellung «Literatur & Haltung. Rachel Salamanders Archiv» erläutert.
Weitere Inhalte zur Ausstellung finden sich im Dossier «Literatur & Haltung» im MON Mag sowie im Online-Angebot «Literatur & Haltung digital» der Monacensia (ab 19. Mai).
*Dieser Beitrag entsteht im Rahmen des Erschließungs- und Vermittlungsprojekts «Archiv Salamander», das umfassend von der Alfred Landecker Foundation gefördert wird.
- Idee & Konzept: Anke Buettner, Patrick Geiger, Sylvia Schütz
Text & Redaktion: Tina Rausch. Dank an Rachel Salamander
Fachkorrektur: Dr. Ivonne Meybohm, Leibniz-Gemeinschaft
Stand der Einträge: April 2026
Quellen:
www.betzavta.de
www.bpb.de
www.duden.de
www.die-bibel.de
www.freunde-sbb.de
www.holocaustliteratur.de
www.juedisches.bayern.de
www.jmberlin.de
www.judentum-projekt.de
www.literaturhandlung.com
www.stiftung-denkmal.de
www.yadvashem.org
www.zentralratderjuden.de ↩︎



