Vier Instagram-Live-Führungen laden dazu ein, die Ausstellung «Literatur & Haltung. Rachel Salamanders Archiv» aus neuen Perspektiven kennenzulernen. Die drei Kurator*innen geben Einblicke in die Lebensgeschichten von Grete Weil und Gerty Spies, in digitales Storytelling und in die einzigartige «Rote Sammlung» des Archivs Salamander. In einem Instagram-Live-Talk spricht die Autorin Bianca Walther über ihr neues Buch «Die Vorkämpferinnen» und die Anfänge der Frauenbewegung.
Die Instagram-Live-Termine finden zwischen Juli und November 2026 statt und können kostenlos über den Instagram-Kanal der Monacensia verfolgt werden.
Insta-Live-Talk zu Female Heritage und den Anfängen der Frauenbewegung
Gespräch mit Bianca Walther zu «Die Vorkämpferinnen»
13. Juli 2026 | 12–12:30 Uhr | @monacensia_muc

Wer waren die Frauen der ersten Frauenbewegung – und was wollten sie? Bianca Walther porträtiert in ihrem neuen Buch «Die Vorkämpferinnen» die frühen Feministinnen des Kaiserreichs: Frauen, die für Bildung, politische Rechte und gesellschaftliche Teilhabe stritten, lange bevor das Wort «Feminismus» im deutschen Sprachraum gebräuchlich war.
Im Gespräch fragen wir außerdem:
- Wie haben die «Vorkämpferinnen» die erste Frauenbewegung begründet?
- Und lassen sich Spuren von ihnen auch im Literaturarchiv der Monacensia finden?
Bianca Walther (@frauenvondamals) spricht mit Rebecca Faber, Programmreferentin der Monacensia.
Hinweis: Bianca Walther stellt ihr Buch am 14. Juli 2026 auch live in der Monacensia vor (19 Uhr | Eintritt frei | keine Anmeldung erforderlich). Der Instagram-Talk gibt einen Vorgeschmack.

Lesetipps:
- Bianca Walther, «Die Vorkämpferinnen»
- Website Bianca Walther
Vier Insta-Live-Führungen zur Ausstellung «Literatur & Haltung. Rachel Salamanders Archiv»
Führung 1: Grete Weil – Zeugin des Schmerzes
16. Juli 2026 | 12–12:30 Uhr | @monacensia_muc

Grete Weil wurde 1906 in Rottach-Egern als Tochter einer jüdischen Rechtsanwaltsfamilie geboren. Zusammen mit ihrem Mann Edgar Weil, Dramaturg an den Münchner Kammerspielen, emigrierte sie nach 1933 in die Niederlande. Als Edgar Weil in Amsterdam auf der Straße verhaftet und in das Konzentrationslager Mauthausen verschleppt wurde, schloss sich Grete Weil dem niederländischen Widerstand an. Gleichzeitig arbeitete sie auf Aufforderung der Behörden beim «Jüdischen Rat». Als ihre eigene Deportation drohte, tauchte Grete Weil unter und überlebte versteckt in der Wohnung eines Freundes. Hier begann sie wieder zu schreiben.
Unmittelbar nach Kriegsende verfasste sie die Novelle «Ans Ende der Welt» – doch die Erinnerungen von Überlebenden fanden zunächst kaum öffentliches Interesse. Erst 1980 gelang Grete Weil im Alter von 74 Jahren der literarische Durchbruch mit dem Roman «Meine Schwester Antigone». Darin verarbeitete sie ihre traumatischen Erfahrungen und ihre lebenslange Trauer um ihren Mann. Die Erinnerung an die Toten und das Anschreiben gegen das Vergessen wurden zu ihrem Lebensthema.
Kuratorin Sylvia Schütz stellt Grete Weil in der Ausstellung auch mit weiteren Archivmaterialien vor.
Lesetipps:
- Irmela von der Lühe, Erzählungen gegen das Vergessen: Grete Weil
- Ingvild Richardsen, Grete Weil in Amsterdam (Artikel erscheint im MON Mag am 8. Juli)
Führung 2: Mehrdimensionales Storytelling – Ein Archiv öffnet sich
17. September 2026 | 12–12:30 Uhr | @monacensia_muc

Fast 40 Regalmeter füllt das Archiv Salamander im Magazin der Monacensia, dem literarischen Gedächtnis Münchens. Wie wird daraus eine Ausstellung, die analog und digital gleichermaßen funktioniert? Wie lässt sich die Ausstellung abwechslungsreich und nachhaltig im Netz weitererzählen – und wie finden Wissenschaftler*innen direkt zu den Quellen im Katalog von Bibliothek und Archiv?
Anke Buettner, Kuratorin und Leiterin der Monacensia, gibt Einblicke in das analog-digitale Storytelling der Ausstellung.
Lesetipps:
- Digitale Ausstellung: Literatur & Haltung digital
- MON-Mag-Dossier: Literatur & Haltung. Rachel Salamanders Archiv
Führung 3: Gerty Spies – Wie ich es überlebte
15. Oktober 2026 | 12–12:30 Uhr | @monacensia_muc

Gerty Spies wurde 1897 in Trier geboren und wuchs in einer liberalen jüdischen Familie auf. 1927 zog sie mit ihrer Tochter Ruth nach München und begann erste Gedichte zu schreiben. Im Juli 1942 wurde sie in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert, wo sie in Zwangsarbeit Glimmerschiefer spalten musste – ein metamorphes Gestein, das in der Rüstungsindustrie als Isolierstoff eingesetzt wurde.
Im Schreiben von Gedichten fand sie einen Weg aus körperlicher Qual, Todesangst und ein Mittel, das Grauen zu überleben. Heimlich verfasste sie Hunderte von Gedichten, notiert auf dem Packpapier, das zum Verschicken des Glimmers diente. Nach der Befreiung kehrte sie nach München zurück und hielt das Erlebte schriftlich fest. Ihr Buch «Theresienstadt. Gedichte» zählt zu den frühesten Zeitzeugentexten aus diesem Lager.
Kuratorin Sylvia Schütz stellt Gerty Spies in der Ausstellung Literatur & Haltung vor.
Lesetipps:
- Esther-Julia Howell, Spuren des Überlebens: Der Nachlass der Dichterin Gerty Spies
- Rachel Salamander, Gerty Spies in Theresienstadt – Schreiben als Überleben
Führung 4: Die «Rote Sammlung»
16. November 2026 | 12–12:30 Uhr | @monacensia_muc

Das Herzstück des Archivs Salamander: die «Rote Sammlung». Über vier Jahrzehnte hinweg erstellte Rachel Salamander eine einzigartige Dokumentation der Literatur zum Judentum und der zeitgeschichtlichen Debatten. Die Sammlung ist von erheblicher Relevanz für Forschung und Öffentlichkeit. Sie füllte zum Zeitpunkt der Übergabe des Archiv Salamander an die Monacensia im Jahr 2022 Hunderte von roten Aktenordnern. Mittlerweile ist die Sammlung vollständig digitalisiert und online recherchierbar.
Kurator Patrick Geiger zeigt eine Auswahl aus der «Roten Sammlung» und erläutert ihren Kontext in der Ausstellung «Literatur & Haltung» in der Monacensia im Hildebrandhaus.
Mitmachen: Eure Fragen im Instagram Live
Die Instagram-Lives beginnen jeweils mit einer etwa 15- bis 20-minütigen Führung oder einem Gespräch. Anschließend beantworten wir Fragen aus dem Publikum – vorab eingereichte ebenso wie Fragen aus dem Live-Chat.
Ihr möchtet mehr über Grete Weil und Gerty Spies erfahren, interessiert euch für Rachel Salamanders Archiv, die «Rote Sammlung», digitales Storytelling oder die Anfänge der Frauenbewegung? Hinterlasst eure Fragen gerne in den Kommentaren unter diesem Beitrag. Ausgewählte Fragen greifen wir in den Instagram-Lives auf.

Alle Termine im Überblick
13. Juli 2026, 12–12:30 Uhr: Insta-Live-Talk zu «Die Vorkämpferinnen» mit Bianca Walther & Rebecca Faber
16. Juli 2026, 12–12:30 Uhr: Grete Weil – Zeugin des Schmerzes, mit Sylvia Schütz
17. September 2026, 12–12:30 Uhr: Mehrdimensionales Storytelling, mit Anke Buettner
15. Oktober 2026, 12–12:30 Uhr: Gerty Spies – Wie ich es überlebte, mit Sylvia Schütz
16. November 2026, 12–12:30 Uhr: Die «Rote Sammlung», mit Patrick Geiger
Alle Termine finden live auf @monacensia_muc statt – kostenlos, ohne Anmeldung, einfach einsteigen – Instagram-Account erforderlich.
Zitierempfehlung:
Instagram-Lives zur Ausstellung «Literatur & Haltung. Rachel Salamanders Archiv» und zu Bianca Walthers «Die Vorkämpferinnen», in: MON Mag – Das Online-Magazin der Monacensia, 24.6.2026, https://mon-mag.de/instagram-live-literatur-haltung-vorkaempferinnen, ISSN 2944-3776.



