Otto Manasse: Der vergessene Chemiker und Komponist aus München

Porträtfoto, Kennkartendoppel von Otto David Manasse, 1939. © Stadtarchiv München, Signatur: DE-1992-KKD-2593.

Als 2008 der Name Otto Manasse auf den Treppenstufen der Münchner Musikhochschule auftauchte, begann eine Spurensuche. Wer war der jüdische Chemiker und Komponist aus München, dessen Musik fast vergessen ist? Der Artikel erzählt von Manasses Verbindungen zur Münchner Kulturszene um Max Reger und Wolfgang Ruoff – und von Verfolgung, Vertreibung und Deportation nach Theresienstadt 1942.

Der Beitrag von Michael Grill ist Teil des Dossiers zur Ausstellung «Maria Theresia 23» zur wechselvollen Geschichte des Hildebrandhauses seit 1898.

Die Wiederentdeckung des Komponisten Otto Manasse

Es war ein glücklicher Zufall, eine Aktion von Wolfram Kastner im Herbst 2008. Der Münchner Künstler schrieb die Namen von etwa 100 jüdischen Kulturschaffenden auf die Treppenstufen der Musikhochschule in München – einer davon: Otto Manasse. Die Urenkelin seines Freundes erinnerte sich an Noten auf ihrem Flügel. Sie übergab sie mir, und wir organisierten ein Konzert. Dieser Freund war der Pianist Wolfgang Ruoff. Er wohnte ab 1934 im Hildebrandhaus und bewahrte Manasses Werke auf. Ruoffs Urenkelin, die Sängerin Anja-Maria Luidl, setzt sich seither für Aufführungen dieser Musik ein1. Doch mit dem Fund begannen erst die Fragen: Wer war Otto Manasse? Und welches Schicksal steht hinter diesen wiederentdeckten Noten?

Bronzekopf eines Mannes: Otto Manasse
Bronzekopf von Otto Manasse. © Tobias Melle

Leben und Verfolgung von Otto Manasse

Otto Manasse wurde am 10. Juni 1861 in Stettin (Pommern) in eine jüdische Kaufmannsfamilie hineingeboren. Seine Eltern waren Lewy Manasse und Henriette Manasse, geborene Marcuson.

Die Schulzeit verbrachte er auf dem Marienstiftsgymnasium in Stettin. 1881 wurde Manasse an der Universität in Zürich (Schweiz) immatrikuliert, er studierte Chemie. Zu einem unbekannten Zeitpunkt wechselte er an die Universität Berlin, wo er am 28. Juli 1886 zum Dr. phil. promovierte. Der Titel der Doktorarbeit lautete: «Die Vanadate der Erdalkalien».

Am 4. Mai 1884 bereits war Manasse von Berlin nach München in die Gabelsbergerstraße 17/1 gezogen. Er belegte an der Ludwig-Maximilians-Universität Praktika bei Adolf von Baeyer (von 1890 bis 1904) und Richard Willstätter (1897). 1896 und 1898 meldete Manasse Patente an («Oxycamphor und sein Herstellungsverfahren»). Damit entwickelte er Ergebnisse weiter, die von Baeyer bereits 1872 beschrieben hatte. Später erkannte Leo Hendrik Baekeland deren industriellen Nutzen und schuf 1907 den nach ihm benannten ersten industriellen Kunststoff «Bakelit». Vermutlich hat dies dazu geführt, dass Otto Manasse finanziell so gestellt war, dass er sich seiner Liebe zur Musik widmen konnte.

Zwischen 1884 und 1904 hatte Manasse verschiedene Adressen (laut Universitätsarchiv). Am 14. Oktober 1904 zog er in die Nikolaistraße 5 in Schwabing (laut Stadtarchiv), im Gemeindegebiet der evangelisch-lutherischen Erlöserkirche, die 1901 erbaut wurde. Seine Konfession wird von den Quellen mit jüdisch und evangelisch-lutherisch angegeben. Ab 16. Mai 1933 war Manasse in der Erlöserkirche als Mitglied angemeldet.

Otto Manasse war unverheiratet und hatte keine Kinder. Er komponierte auch unter dem Pseudonym Tomas E. Aston. In großen lexikalischen Werken ist er jedoch mit keinem dieser beiden Namen zu finden. Zumindest im München der 1920er-Jahre besaß er wohl eine gute Reputation als Komponist. In dem «Lexikon der Juden in der Musik», das ab 1934 in Deutschland von der Reichsmusikkammer im Auftrag der NSDAP herausgegeben wurde, stehen beide Namen.2

Seit 1939 war der Druck des NS-Regimes auf Otto Manasse stärker geworden. Man versuchte, ihn aus seiner Wohnung zu drängen. Paul Graener, der Vorsitzende der Fachschaft Komponisten in der Reichsmusikkammer, war im NS-Regime einer der prominentesten Empfänger von Staatszuschüssen.3 Doch versuchte er nun, sich für Otto Manasse einzusetzen. Bereits 1922 hatte er das Lied «Der Seufzer» aus Christian Morgensterns «Neuen Galgenliedern» ausdrücklich «Für Otto Manasse (zur Warnung)» komponiert.4 Am 27. Juli 1939 schilderte Graener in einem Brief an «Reichskulturwalter» Hans Hinkel Manasses Lage als «unglücklich und bedrängt», da dieser «krank, hilflos und völlig vereinsamt» sei. Hinkel gab den Brief an den Münchner Oberbürgermeister weiter, jedoch ohne Erfolg. Manasse musste nach 35 Jahren seine Wohnung in der Nikolaistraße räumen.

Ab 5. August 1939 wurde er noch mehrfach gezwungen, seine Bleibe zu wechseln, bis die Akten des Einwohnermeldeamtes für den 23. Juni 1942 angeben: «Mit unbekanntem Ziel abgewandert».

Am 24. Juni 1942 wurde Otto Manasse mit 49 Mitgefangenen unter der Transportnummer II/8 nach Theresienstadt deportiert. Er starb dort am 27. November 1942. Weitere Anfragen in Theresienstadt über Otto Manasse blieben bisher ohne Ergebnis.

Kennkartendoppel, 1939 von Otto David Manasse
Kennkartendoppel von Otto David Manasse, 1939. © Stadtarchiv München, Signatur: DE-1992-KKD-2593.

Manasses Weg zur Musik

1901 war Max Reger nach München gekommen und wirkte hier bis 1907 unter anderem als Lehrer an der Akademie der Tonkunst. Wir haben mehrere Belege dafür, dass Otto Manasse Kompositionsunterricht bei Reger erhielt, allerdings nicht an der Akademie, sondern als Privatschüler. So schreibt Otto Keller in seiner «Geschichte der Musik»:

Endlich sei noch in wenigen Worten des Otto Manasse gedacht, der bei Reger nur zu seiner eigenen Freude studierte und eigentlich den Beruf eines Chemikers ausübt. Aber er hat schon so prachtvolle und wertvolle Klavier- und Orgelkompositionen geschrieben, dass er sie der Allgemeinheit nicht so ängstlich vorenthalten sollte.5

Dass Manasse damals in Münchens Musikszene recht präsent war, geht aus mehreren Quellen hervor. Das andere Zeugnis seiner Schülerschaft bei Max Reger stammt von diesem selbst. In einem Brief vom 28. Mai 1906 empfahl Reger dem Verleger Otto Forberg zwei Klavierwerke von Otto Manasse, leider ohne die mitgeschickten Noten im Brief näher zu bezeichnen:

Beide junge Musiker sind Schüler von mir und kann ich Ihnen diese Compositionen aufs Beste zum Verlage empfehlen! Sie werden damit etwas Gutes bekommen!6

Leider war bisher nicht zu ermitteln, um welche Kompositionen es sich dabei handelte. Als Reger 1916 mit nur 43 Jahren verstarb, sandte Manasse eine Kondolenzkarte an Elsa Reger.

Wolfgang Ruoff und das Hildebrandhaus

Der Pianist Wolfgang Ruoff (1882–1964) war in den Jahren von 1901 bis 1904 an der Akademie der Tonkunst Student unter anderem bei dem letzten Liszt-Schüler Bernhard Stavenhagen. Ob die Freundschaft mit Manasse aus dieser Zeit herrührt, ist möglich, jedoch nicht belegt. Ruoff war dann als Solist und Liedbegleiter erfolgreich. 1920 wurde er Dozent, 1925 außerordentlicher Professor an der Akademie. Wolfgang Sawallisch (der den Unterricht in seinen Erinnerungen beschreibt), Eugen Jochum und die Komponistin Philippine Schick nahmen bei ihm Unterricht. Ruoff trat nie der NSDAP bei, vermutlich deshalb ernannte man ihn erst 1943 zum ordentlichen Professor. Zu seinem 80. Geburtstag rühmte die Süddeutsche Zeitung vor allem seine Karriere als Liedbegleiter:

Es gab … wohl kaum eine gefeierte Diva, kaum einen berühmten Sänger, die nicht mit Ruoff gearbeitet hätten.7

Und auch der Sänger Paul Bender wird mit dem Satz über Ruoff zitiert, er sei

fast der Einzige, der nicht einfach unseren Starlaunen nachgibt.8

Trotz dieser Unnachgiebigkeit in der musikalischen Sache lag es offenbar nicht in seinem Wesen, «großes oder lautes Aufhebens von sich und seiner Kunst zu machen», wie der Musikwissenschaftler Wilhelm Zentner schrieb. Aber Ruoff zählte nach Zentners Worten

zu jenen Naturen, …von denen eine beglückende Wirkung ausging, so oft man mit ihm, dem Künstler oder dem Menschen, zusammentraf.9

Da Ruoff trotz seiner großen Liebe zu Mozart und Beethoven aber auch «dem Neuen zugetan, manchem zeitgenössischen Komponisten den Weg in die Öffentlichkeit gebahnt» hatte, wie es heißt, so scheint die Bekanntschaft mit ihm auch für Otto Manasse in dieser Kombination ein Glücksfall gewesen zu sein.

Durch die erzwungenen, sicher auch kurzfristig anberaumten Umzüge innerhalb Münchens ab 1939 dürfte es für Otto Manasse sehr schwierig gewesen sein, jeweils seinen gesamten Hausrat und alle musikalisch relevanten Dinge mitzunehmen. Deshalb vertraute er Wolfgang Ruoff, der 1934 ins Hildebrandhaus umgezogen war, die nun aufgetauchten Kompositionen an. Die Urenkelin Anja-Maria Luidl berichtet auch, dass Manasse bei seiner «Entmietung» ihrem Urgroßvater seinen Flügel hinterließ, der seither im Hildebrandhaus stand.

Neben der Freundschaft zu dem gut zwanzig Jahre jüngeren Ruoff sind nur wenige Kontakte Otto Manasses dokumentiert. Dennoch war dieser in der Münchner Musiklandschaft offenbar gut vernetzt. So fertigte der Bildhauer Bernhard Bleeker (1881–1968) von Manasse eine Büste an. Über Bleeker als künstlerischer Nachfolger Adolf von Hildebrands werden wir auch zu der von diesem konzipierten Künstler- und Familienvilla, dem sogenannten Hildebrandhaus geführt.

Um die Jahrhundertwende galt Hildebrands Künstlervilla in München als ein bekannter und beliebter Ort der Begegnung.10

Auch der Chemiker von Baeyer, einer der Lehrer Manasses an der Münchner Universität, gehörte zu den zahlreichen befreundeten Gästen des Hauses.

gestempeltes scharz-weiß Foto von einem älteren, kahlköpfigen Mann, der nach rechts blickt in Anzug und mit Krawatte: Otto Manasse.
Porträtfoto, Kennkartendoppel von Otto David Manasse, 1939. © Stadtarchiv München, Signatur: DE-1992-KKD-2593.

Netzwerke der Münchner Kulturszene

Wie sehr die Münchner Kulturszene damals untereinander verbunden war, mag ein kleines Beispiel zeigen: Eine damals in München sehr präsente Persönlichkeit war der Komponist, Dirigent, Pädagoge und Musikschriftsteller Hermann Wolfgang Freiherr von Waltershausen (1882–1954). Obwohl er bereits als Kind krankheitsbedingt einen Arm und ein Bein verloren hatte, konnte er sich doch als Musiker durchsetzen und wurde 1920 stellvertretender Direktor der Akademie der Tonkunst, 1923 Akademiepräsident.

Von Waltershausen muss mit Otto Manasse so gut bekannt gewesen sein, dass er an dem Tag seiner Ernennung 1920 versuchte, Manasse telefonisch zu erreichen, um ihm die Neuigkeit mitzuteilen. Manasse hatte davon jedoch bereits zuvor erfahren, als er mit Paul Graener gesprochen hatte.11

Auch Wolfgang Ruoff stand in Kontakt mit von Waltershausen: Er hatte ihm schon 1919 zum Erfolg einer neuen Oper gratuliert und ihn in sein damals neues Domizil, das Gartenhaus in der Königinstraße 28, zum Abendessen eingeladen. Bereits ab 1914 unterrichtete Ruoff einige Jahre lang die Komponistin Philippine Schick als Schülerin. Sie ging darauf auch zu von Waltershausen, um sich kompositorisch fortzubilden. Schick und von Waltershausen waren ab 1927 fünf Jahre verheiratet.

Manasse hatte in jenen Jahren sein Klavierwerk «Metamorphosen über B-A-C-H» komponiert. Wer die Uraufführung spielte, wissen wir nicht, aber das Stück war Wilhelm Furtwängler gewidmet. Dieser hatte, und damit schließt sich langsam der Kreis, als Kind Privatunterricht zusammen mit Dietrich von Hildebrand in Florenz und in dessen Elternhaus, dem Hildebrandhaus, erhalten. Einer der Hauslehrer war der Kunsthistoriker und Musikwissenschaftler Walter Riezler. Er wurde bei Wilhelm Furtwänglers Vater in Archäologie promoviert, studierte von 1904 bis 1906 bei Max Reger Musik, wurde aber schließlich zum Direktor des Städtischen Museums in Manasses Heimatstadt Stettin berufen wurde und war häufiger Gast in der dortigen Villa eines Neffen Otto Manasses!

Der Bildhauer Bleecker, der in Schwabing bei Manasse «ums Eck» wohnte, fertigte Büsten auch von Riezler und von Otto Manasses Bruder Georg in Stettin an. Die Welt war offenbar auch damals schon klein, und Otto Manasse und Wolfgang Ruoff waren mittendrin. Dennoch konnte am Ende das «Netzwerk» den Chemiker und Komponisten Manasse nicht mehr auffangen.

Irene und Theodor Georgii sowie Dietrich von Hildebrand hatten als Erb*innen der Münchner Künstlervilla schon vor Hitlers Machtergreifung Probleme, das Hildebrandhaus zu halten. Dies verstärkte sich, als Dietrich von Hildebrand 1933 ins Exil gehen musste.

So wurde Elisabeth Braun 1934 die neue Besitzerin. Sie war jüdischer Abstammung, trat aber 1920 in die evangelische Kirche ein. Im Hildebrandhaus bot sie vielen «nichtarischen» Christ*innen eine Bleibe. Allerdings war sie bald selbst, ebenso wie ihre Schützlinge, ein Opfer des nationalsozialistischen Terrors. Sie wurde 1941 in Kaunas (Litauen) ermordet. In ihre Wohnung zog die Pianistin Rosl Schmid mit ihrer Familie ein.

Zwar hatten diese Ereignisse keinen unmittelbaren Einfluss auf Wolfgang Ruoff als Mieter. Doch ist kaum vorstellbar, dass er die Veränderungen nicht bemerkt hätte, zumindest durch die Schenkungen der Musikalien und der Büste von Otto Manasse.

Unser Wissen über Otto Manasse ist noch sehr lückenhaft. Über ihn schrieb niemand einen Nachruf. Eines Tages werden wir vielleicht den Namen des Lehrers kennen, der ihm als Kind die Liebe zur Musik eingepflanzt hat, und ein vollständiges Werkverzeichnis haben. Dann haben wir wieder einen Erfolg auf dem Weg des Erinnerns errungen.

Werke von Otto Manasse

Folgende musikalischen Werke Otto Manasses sind derzeit vorhanden:
In der Bayerischen Staatsbibliothek befinden sich

  • Introduktion, Variationen und Fuge über den Choral «Jerusalem, du hochgebaute Stadt» für großes Orchester und Orgel. Die Orchestrierung stammt von Clemens von Franckenstein.
  • Suite für Violoncello und Klavier.
  • «Metamorphosen über B-A-C-H» für Klavier. Dieses Werk wurde zwischen 1912 und 1920 bei dem Berliner Verlag Ries & Erler gedruckt, 1924/25 auch in einer «neuen Fassung». Leider verlor der Verlag in den letzten Kriegstagen 1945 bei einem Bombenangriff den größten Teil seines Archivs, sodass keinerlei Unterlagen erhalten sind.

Als Manuskripte sind in München 2008 durch die eingangs erwähnte Aktion aufgetaucht:

  • Fantasie und Fuge über den Choral «Jerusalem, du hochgebaute Stadt» für Orgel.
  • «10 Lieder aus dem Toskanischen Volksliederbuch» für hohe Singstimme und Klavier nach Gedichten, die Edgar Kurz, ein in Florenz lebender Arzt, 1902 übersetzt hatte. Auf der Titelseite steht eine handschriftliche Widmung für den Pianisten Wolfgang Ruoff.
  • Ein Konzert-Walzer für Klavier, den Manasse unter seinem Pseudonym verfasste.
Otto Manasse: Erinnerung an einen vergessenen Komponisten

Das Leben Otto Manasses führt mitten hinein in die Münchner Musik- und Kulturgeschichte des frühen 20. Jahrhunderts. Zwischen Chemie, Komposition und den Künstlerkreisen um Max Reger, Wolfgang Ruoff und das Hildebrandhaus entstand ein Werk, das erst Jahrzehnte später wieder sichtbar wurde. Die erhaltenen Kompositionen, Briefe und persönlichen Verbindungen eröffnen heute neue Einblicke in ein kulturelles Netzwerk, das durch Verfolgung und Deportation auseinandergerissen wurde. Die Recherche zu Otto Manasse trägt dazu bei, diese Geschichte wieder in das kulturelle Gedächtnis Münchens einzuschreiben.
  1. Anja-Maria Luidl ist 1. Vorsitzende der von ihr gegründeten Initiative «Liederfreude e. V.», vgl. www.liederfreude.de ↩︎
  2. Vgl. archive.org/details/LexikonDerJudenInDerMusik, S. 13, Spalte 20. ↩︎
  3. Vgl. Fred K. Prieberg: Musik im NS-Staat, Fischer TB 1982, S. 267. ↩︎
  4. Vgl. imslp.org/wiki/Neue_Galgenlieder%2C_Op.43b_(Graener%2C_Paul) ↩︎
  5. Otto Keller, Geschichte der Musik, Rösl & Cie 1923, 5. Auflage, S. 41. ↩︎
  6. Der andere Musiker war José Lasalle. ↩︎
  7. Johann Lachner, Süddeutsche Zeitung 1962. ↩︎
  8. Ebd. ↩︎
  9. Nachruf auf Wolfgang Ruoff von Prof. Wilhelm Zentner im Bayerischen Rundfunk am 25.2.1965. ↩︎
  10. Christiane Kuller, Maximilian Schreiber, Das Hildebrandhaus, Allitera 2006. Hier auch weitere Informationen über Wolfgang Ruoff. ↩︎
  11. Brief Manasses an von Waltershausen. ↩︎

Zitierempfehlung:
Michael Grill: «Otto Manasse: Der vergessene Chemiker und Komponist aus München», in: MON Mag – Das Online-Magazin der Monacensia, 10.06.2026, https://mon-mag.de/otto-manasse-komponist-muenchen, ISSN 2944-3776.

Autor*innen-Info

Profilbild Michael Grill

Dies ist ein Gastbeitrag von Michael Grill

Michael Grill studierte Orgel und evangelische Kirchenmusik u. a. bei Prof. Karl Richter in München. Viele Konzerte führten Michael Grill ins europäische Ausland, nach Israel, Südamerika und in die USA. 1991 gründete er die Konzertreihe «Neue Orgelmusik München» (später: «Nach(t) der Avantgarde»). Der Wunsch nach einer eigenen, geregelten Chorarbeit ließ ihn 1994 die Kirchenmusikerstelle der Münchener Andreaskirche annehmen, wo er die Fürstenrieder Bachtage ins Leben rief. Seit 2002 Kirchenmusikdirektor, berief man ihn 2008 an die Erlöserkirche nach München-Schwabing. Michael Grill ist zudem als Komponist (u. a. Genom-Passion, «Requiem für Hebron», Orgelwerke) und Herausgeber kirchenmusikalischer Werke (Münchner Chorbuch, Münchner Orgelbuch) tätig. Als historische Forschungsbeiträge erschienen 1999 seine Bücher «200 Jahre evangelische Kirchenmusik in München 1799–1999», und 2023 «Friedrich Högner – der reisende Kantor». Seit 2024 ist Michael Grill von seinen kirchlichen Aufgaben entbunden.

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