Rachel Salamander und die Literaturhandlung: Der Ort für Literatur zum Judentum und intellektuelle Debatten

Rachel Salamander auf Stuhl sitzend in der Literaturhandlung mit Brille in der Hand.

Was bedeutet es, Literatur zum Judentum in Deutschland nach 1945 wieder sichtbar zu machen? Rachel Salamander, Gründerin der Literaturhandlung in München, blickt auf einen Ort zurück, der weit mehr als eine Buchhandlung war: ein öffentlicher Raum des geistigen jüdischen Lebens der Bundesrepublik aus der Perspektive jüdischer Erfahrung und Erinnerung. In ihrem essayistischen Text erzählt sie von Rückkehr und Wiederaneignung, von Autorinnen und Autoren aus Israel und der Diaspora und davon, wie die Literatur zum Ausgangspunkt intellektueller Debatten wurde, die bis heute aktuell sind.

Bald nach der Eröffnung der Literaturhandlung im Münchner Univiertel stand im Herbst 1982 ein Paar vor den großen Schaufenstern und wunderte sich sichtlich über die ausgestellten Bücher in der Auslage. Was sie da sahen, war ausschließlich Literatur zum Judentum. Sie gingen vom rechten zum linken Fenster hin und her, zeigten mit dem Finger auf einzelne Bücher und kommentierten sie. Schließlich fassten sie sich ein Herz und betraten den Laden mit der Frage, ob es einen bestimmten Grund für diese Buchauswahl gäbe. Wir kamen ins Gespräch, und ich klärte sie über die Literaturhandlung und ihr Konzept auf. Begeistert und angeregt verließen sie das Geschäft.

Als mich eine Weile später auffallend viele Jeckes1 aus Israel kontaktierten, erfuhr ich, dass dieser Besuch nicht folgenlos geblieben war. Anat Feinberg2 hatte in der israelischen Zeitung «Ma’ariv» am 3. März 1983 einen Artikel über die Literaturhandlung und ihre Aktivitäten verfasst. Eine auf Literatur zum Judentum spezialisierte Fachbuchhandlung war nach der Bücherverbrennung und der folgenden «Arisierung» des deutschen Buchhandels im «Dritten Reich» nicht nur in dem damals noch sehr befangenen Deutschland etwas ganz Besonderes: Auch in Israel hielt man eine derartige Einrichtung für schier unmöglich.

In der Literaturhandlung stehend: Robert Jütte, mit dem Rücken zum Betrachter am Tisch sitzend: Anat Feinberg, ihr gegenüber sitzt Rachel Salamander mit Brille.
Robert Jütte, Anat Feinberg und Rachel Salamander in der Literaturhandlung München im Jahr 1983. Münchner Stadtbibliothek / Monacensia, Signatur: RSA F 1101.

Die Literaturhandlung als Ort für intellektuelles jüdisches Leben

Unter den Jeckes in Israel hatte sich herumgesprochen, dass in München ein Ort entstanden war, von dem wieder intellektuelles jüdisches Leben ausging. Der Tenor schwankte zwischen Ungläubigkeit bis hin zu Erleichterung. Ungläubigkeit, weil die Jeckes sich nicht vorstellen konnten, dass Deutschland für jüdische Kultur und Literatur überhaupt ein Resonanzboden sein könne. Die Literaturhandlung hatte es sich jedoch zur Aufgabe gemacht, dem Jüdischen in der deutschen Öffentlichkeit Präsenz zu verleihen, und brachte Jüdinnen, Juden und Deutsche ins Gespräch. Und: So mancher Jecke drüben in Israel verspürte Erleichterung. Plötzlich kümmerte sich jemand um das, worum zu kümmern man sich selbst versagt hatte – um das deutsch-jüdische Erbe, aus dem sie jäh ausgestoßen worden waren. Einige erlebten so noch die Genugtuung, ihre Werke wieder in Regalen in Deutschland zu finden und sie auch persönlich vorstellen zu können.

Alles, was in Schrift und Wort vom einstigen Reichtum jüdischen Lebens wie dem heutigen Judentum Auskunft gibt, ist in der Literaturhandlung versammelt. Und all jene, die von den Nazis vertrieben oder ermordet worden waren, sollten hier wieder eingebürgert werden und eine Heimat finden. Das geschriebene Wort begleitete von Anfang an ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm. Menschen trafen sich, lebhafte Debatten entstanden, die Literaturhandlung wurde zu einem Ort geistiger Auseinandersetzung. Aus aller Welt kamen namhafte Autorinnen und Autoren, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Neben der intensiven «Aufarbeitung der Vergangenheit», konzentrierte sich das Programm darauf, den wieder deutsch schreibenden jüdischen Nachgeborenen eine Plattform zu geben, aber auch aus Deutschland zur Flucht gezwungene Emigranten erstmals wieder nach Deutschland einzuladen. Vor allem jedoch sollte der hier unbekannten hebräischen Literatur Gehör verschafft werden.

Die Literaturhandlung als Sprungbrett in die Bücherwelt

Aus dem Ort des Austauschs entwickelte sich bald ein Knotenpunkt literarischer Öffentlichkeit. Mit Beginn der 1980er-Jahre setzte hierzulande eine Welle publizistischer und kultureller Aktivitäten ein. Die jüdischen Nachgeborenen traten auf den Plan: Dan Diner, Daniel Cohn-Bendit, Henryk Broder, Julius Schoeps, Micha Brumlik, Lea Fleischmann, Michael Wolffsohn, Richard C. Schneider und viele andere. Und plötzlich tauchte auch eine Reihe jüdischer Schriftstellerinnen und Schriftsteller auf, die nach der Shoah ein neues Kapitel in der deutsch-jüdischen Literatur aufschlugen. In die Literaturwissenschaft gingen sie später als «junge jüdische Literatur» ein. Esther Dischereit, Peter Stephan Jungk, Rafael Seligmann, Robert Schindel, Barbara Honigmann, Maxim Biller, um nur einige zu nennen. Für viele von ihnen war die Literaturhandlung das Sprungbrett in die Bücherwelt.

Auch die Emigrantinnen und Emigranten kamen: hochbetagt z. B. der letzte des George-Kreises, Werner Kraft, regelmäßig Schalom Ben-Chorin, den heute das Münchner Stadtarchiv mit einem eigenen Raum ehrt, die Königsbergerin Lea Rabin, der kämpferische Walter Grab, der Philosoph Hans Jonas, die Zeithistoriker George und Werner Mosse, die Männer der Leo Baeck Institute in Jerusalem, New York und London, die Verleger und Verlegerinnen der deutschsprachigen Zeitungen, Henry Marx vom Aufbau in New York, Alice Schwarz-Gardos von den «Israel-Nachrichten». Diese Reihe ließe sich beliebig fortsetzen mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Historikerinnen und Historiker und Überlebenden.  

Die hebräische Literatur jedoch kannten die Deutschen bis tief in die 1980er-Jahre hinein hauptsächlich nur durch einen israelischen Schriftsteller: Ephraim Kishon. Das erstaunt, denn besonders in Deutschland verfolgte man seinerzeit schon mit größter Aufmerksamkeit das Verhalten des jüdischen Staates. Die Zahl der Israelexpertinnen und Experten stieg stetig, alle mit besten Ratschlägen zur Lösung der Nahostfrage. Kishon jedenfalls erweiterte das frühe Israelbild von süßen Jaffa-Orangen und schönen Soldatinnen um das Genre linkischer Juden, über die man endlich herzhaft lachen konnte. Das brachte ihm immerhin bis Mitte der 1980er-Jahre ca. 19 Millionen verkaufte Bücher ein.

Umso verwunderlicher ist es, warum in all den Jahrzehnten diplomatischer Beziehungen zwischen Deutschland und Israel – dank derer die Bundesrepublik nach den Vereinigten Staaten zum wichtigsten Partner Israels aufstieg – die israelische Literatur im Lande Goethes und Schillers erst relativ spät Beachtung fand.

Warum israelische Literatur in Deutschland spät beachtet wurde

Sicher, das Hebräische ist keine weitverbreitete Sprache, israelische Schriftstellerinnen und Schriftsteller mussten um eine Handvoll guter deutscher Übersetzerinnen und Übersetzer rangeln. In dieser Hinsicht kommt der israelischen Literatur als Sprachraum eher der Status einer «Dritte-Welt-Literatur» zu. Heute hat sich das Übersetzerproblem mit der Achse Berlin/Israel zwar gebessert, doch der deutsche Buchmarkt bietet wieder merklich weniger Übersetzungen hebräischer Belletristik an wie etwa zwischen den 1990er- und 2010er-Jahren. Nicht ganz so krass wie vor vierzig Jahren nach der Staatsgründung Israels, als gerade einmal fünf Anthologien in Deutsch erschienen waren und eine kaum nennenswerte Anzahl von Büchern israelischer Autorinnen und Autoren. So war Jehuda Amichai, ein gebürtiger Würzburger und einer der herausragenden Poeten des Landes, bereits in mehr als zwanzig Sprachen übersetzt, als 1988 seine Gedichte in der Bundesrepublik erschienen. Kaum jemand hatte hier von ihm Notiz genommen. Unvergesslich seine Lesung in der Literaturhandlung.

Friedenspreisträger Amos Oz: Türöffner für den deutschen Buchmarkt

Mit der Verleihung des Friedenspreises des deutschen Buchhandels 1992 an Amos Oz ändert sich die Situation schlagartig. Mit Amos Oz als Paten wird die israelische Literatur auch in Deutschland zum Begriff. Danach werden mehr hebräische Titel ins Deutsche übersetzt als in alle anderen Sprachen, inklusive des Englischen. Diese bahnbrechende Wirkung für die israelische Literatur ahnte damals niemand. Der Friedenspreis würdigte neben dem herausragenden Schriftsteller den politisch Engagierten, hauptsächlich den Mitbegründer der israelischen Peace-Now-Bewegung, «mit der er gegen Fanatismus, Gewalt und Gleichgültigkeit» kämpfe. Diese politische Begründung sollte fortan die Auswahl der ins Deutsche zu übersetzenden Bücher bestimmen.

Wie erklärt sich aber auf einmal die Offenheit des deutschen Buchmarktes für israelische Literatur zwischen den 1990er- und 2010er-Jahren? Es war die Zeit, in der in der deutschen Öffentlichkeit kein Tag ohne Debatten über Juden und Judentum verging. Jüdisches in den Zeitungen, Jüdisches im Funk und Fernsehen. Diese überdimensionale Präsenz jüdischer Themen entfaltete seine Wirkung: Ein jüdisches Museum nach dem anderen eröffnete, jüdische Kulturwochen besetzten den christlichen Kalender, Klezmermusik wurde zur Erkennungsmelodie, wenn es um jüdische Belange ging, Universitäten richteten Lehrstühle zum Studium Jüdischer Geschichte ein. Man sprach von der Renaissance jüdischer Kultur.

Aber auch Israel, der Judenstaat, bekam einen festen Platz im öffentlichen deutschen Bewusstsein. Täglich erreichten uns Nachrichten aus Israel, meist negative. Umfragen ergaben, dass Israel bei der Mehrheit der Deutschen nicht gut angeschrieben ist, weil von dort die größte Gefahr für den Weltfrieden ausgehe.

Israel – Geschichte, Gegenwart und literarische Selbstbefragung

Dennoch: Israel hat viel zu erzählen. Es ist voll von Geschichte und voller Geschichten – und die israelischen Autorinnen und Autoren verstehen sich aufs Erzählen und erreichten internationale Aufmerksamkeit und hohen literarischen Rang. Kaum eine Literatur stellt sich der politischen und gesellschaftlichen Situation ihres Landes so offensiv wie die israelische. Meisterhaft erzählt sie

  • vom Leben und Sterben der Pioniere,
  • von den Utopien, die ihnen zunächst einen Ausweg aus der europäischen Katastrophe wiesen,
  • von den Enttäuschungen in der Realität,
  • von den Nachkommen, die die Gründungsmythen der Väter verwarfen und in Abgrenzung zu ihnen das schufen, was die moderne israelische Identität ausmacht.

Die israelischen Autorinnen und Autoren sind Chronisten ihres Landes. Sie zeigen, wie die ursprünglichen Werte nicht mehr tragen und Menschen nach Orientierung suchen, wie Kriege, Besatzung, ethnische und religiöse Gegensätze den nationalen Konsens in Israel brüchig haben werden lassen, wie gespalten das Land ist und die zionistische Idee in Frage gestellt wird, ja selbst die Armee ihre Popularität verloren hat.

Jüdische Literatur in Deutschland und Israel: Zwei Entstehungsbedingungen

Die unterschiedlichen literarischen Selbstverständnisse führen zu einer vergleichenden Perspektive. Der Buchmarkt war, wie gesagt, offen für jüdische Themen, ob nun Juden oder Nichtjuden darüber publizierten. Und jeder deutsche Verlag, der etwas auf sich hielt, brachte israelische Autorinnen und Autoren. Doch wie stehen die «junge jüdische Literatur» und die israelische Literatur zueinander? Laut Maxim Biller gibt es auf diesem Globus nur zwei Länder, in denen jüdische Literatur entsteht: Israel und Deutschland. Bei Israel scheint der Fall klar. Aber wieso Deutschland? Er meint, solange sich Deutsches und Jüdisches im Konflikt befinden – und das wird in Deutschland noch einige Zeit so sein –, solange wird sich aus dem Konflikt die «so kräftige, erinnerungssüchtige und sehr, sehr jüdische Literatur von Autoren wie Barbara Honigmann, Robert Schindel, Robert Menasse wie von selbst (ergeben)».

Damit stellt Biller ein Paradigma auf, das nicht nur über die Produktionsbedingungen jüdischer Autorinnen und Autoren in Deutschland Auskunft gibt, sondern zugleich auch über deren Rezeption. Welche Funktion erfüllt nun aber die israelische Literatur mit ihren unterschiedlichen Entstehungsbedingungen in der deutschsprachigen Rezeption?

In Deutschland antworten die nachgeborenen Generationen auf die Leere, die die Vernichtung der europäischen Jüdinnen und Juden hinterlassen hat. Der Verlust des kulturellen Erbes und die Abkoppelung von jüdischem Wissen hat ein kaum zu füllendes Vakuum hinterlassen. Die Nachgeborenen leiden darunter, und die jüdischen Autorinnen und Autoren drücken aus, was diese Generationen beschäftigt. Auf der Suche nach einem jüdischen Selbstverständnis schreiben sie über Jüdinnen und Juden und Jüdisches, suchen nach jüdischen Wurzeln, möchten sich «eine Wiedereroberung des Judentums aus dem Nichts» erschreiben, wie Barbara Honigmann sagt. Die Literatur ist überwiegend autobiografisch. Immer wieder kreisen die Texte um die Ermordeten. So formuliert Robert Schindel:

Ich wollte mir die Toten vom Halse schaffen, die Toten sollten mit dem Roman begraben werden, damit ich mich den Lebenden zuwenden kann.

Wer liest diese Texte? Zu 99 Prozent nichtjüdische Menschen. So wie das jüdische Publikum für Konzerte und Theater verschwunden ist, so auch für jüdische Kulturveranstaltungen, Seminare etc., aber eben auch als Leserinnen und Leser. Das wissen die Autorinnen und Autoren. Wollen sie vom Schreiben leben, können sie das deutsche Publikum nicht über Gebühr strapazieren. Die nichtjüdischen Leser und Leserinnen lernen über die Texte jüdische Lebenswelten und jüdische Perspektiven kennen, begegnen im Fiktionalen dem Judentum. Texte von jüdischen Autorinnen und Autoren scheinen Authentizität zu gewährleisten. Eine von Zeigefingern geplagte deutsche Nation kann sich so auf die jüdische Innenansicht verlassen, läuft nicht Gefahr, in politisch inkorrekte Fallen zu tappen. Texte jüdischer Autorinnen und Autoren gewähren einem verunsicherten deutschen Publikum Entspannung.

Vielstimmige israelische Literatur zu Gast in der Literaturhandlung

Mittlerweile hat die Konjunktur des Jüdischen in dem Maße abgenommen, wie Antisemitismus und Israelfeindlichkeit zugenommen haben. Nur noch ein Bruchteil der ehedem verlegten Titel aus Israel erreicht den deutschsprachigen Markt. Und der «jungen jüdischen Literatur» ist mit der einschneidenden Veränderung der soziologischen Struktur der jüdischen Gemeinschaft nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion nicht mehr viel nachgewachsen.

Die Vielstimmigkeit der israelischen Literatur auf dem deutschsprachigen Markt ist Geschichte. Die Literaturhandlung hatte von den 1990er-Jahren an das Glück, aus dem Vollen schöpfen zu können. Sie kamen alle:

  • die starken Literaturfrauen – angeführt von Batya Gur, Savyon Liebrecht, Mira Magén, Ruth Almog –, die Jüngeren folgten mit Judith Katzir, Dorit Rabinyan, Orly Castel-Bloom, Ronit Matalon, Alona Kimchi, Edna Mazya, Yael Hedaya, Lizzy Doron und natürlich Zeruya Shalev. Die meisten sind weitgehend vergessen.
  • die Bestsellerautoren, angeführt von Amos Oz, David Grossman, Meir Shalev, A. B. Jehoschua.
  • die Aschkenazim.3
  • zur allerersten Lesung, in der völlig überfüllten Literaturhandlung – am 18. November 1982 – der mittlerweile gänzlich unbekannte Lyriker David Rokeah.
  • der ebenfalls heute unbekannte Aharon Megged, Schwiegervater von Zeruya Shalev.
  • Chaim Be’er, Jehoschua Kenaz, Yoram Kaniuk, Dan Tsalka.
  • die Sefardim:4 Sami Michael oder Eli Amir.
  • der arabische Israeli Sayed Kashua.
  • die Jüngeren, Benny Barbash oder Etgar Keret.

In den Regalen der Literaturhandlung standen noch viele mehr: von S. J. Agnon über S. Yishar, Yaakov Shabtai, Nathan Shacham, Shulamit Lapid, David Schütz, Aharon Appelfeld, Uri Orlev bis zu Yoel Hoffmann. Und das ist nur eine Auswahl.

Rachel Salamander auf Stuhl sitzend in der Literaturhandlung mit Brille in der Hand.
Rachel Salamander in der Literaturhandlung. Münchner Stadtbibliothek / Monacensia, Signatur: RSA F 158. © Kerstin Schuhbaum.

Archiv Rachel Salamander, Präsenz, Ausblick

Das Archiv von Rachel Salamander ist bereits Teil der Monacensia und steht dort für Forschung und Öffentlichkeit zur Verfügung. Ab dem 20. Mai 2026 widmet die Monacensia diesem Archiv eine Sonderausstellung mit dem Titel «Literatur & Haltung. Rachel Salamanders Archiv». Diese stellt das hier beschriebene Engagement in einen literarischen und zeitgeschichtlichen Kontext.

Das Erschließungs- und Vermittlungsprojekt «Archiv Salamander» wird umfassend von der Alfred Landecker Foundation gefördert.

  1. Jiddische Bezeichnung für die deutschsprachigen jüdischen Einwanderer um 1930 in Palästina und ihre Nachkommen im heutigen Israel. ↩︎
  2. Der vorliegende Text ist eine für das MON Mag bearbeitete und gekürzte Fassung des Beitrags von Rachel Salamander in der Festschrift «Sprachheimaten und Grenzgänge – Festschrift für Anat Feinberg» (Universitätsverlag Winter, Heidelberg 2021), S. 65-71. Anat Feinberg ist eine israelische Literaturwissenschaftlerin. ↩︎
  3. Hebräische Bezeichnung für Jüdinnen und Juden und ihre Nachkommen in West- und Osteuropa, vgl. www.jmberlin.de/thema-aschkenas ↩︎
  4. Hebräische Bezeichnung für Jüdinnen und Juden, die sich nach ihrer Vertreibung von der Iberischen Halbinsel im 15. Jahrhundert im Osmanischen Reiches, in Nordwestafrika und anderen Teilen der Welt niederließen, sowie deren Nachkommen. ↩︎

Autor*innen-Info

Profilbild Rachel Salamander

Dies ist ein Gastbeitrag von Rachel Salamander

Rachel Salamander studierte an der Ludwig-Maximilians-Universität Germanistik, Romanistik und Philosophie. Nach ihrer Promotion gründete die Literaturwissenschaftlerin und Publizistin 1982 in München die erste Fachbuchhandlung für Literatur zum Judentum, die Literaturhandlung.

Von 2001 bis 2013 verantwortete sie als Herausgeberin die Wochenbeilage „Literarische Welt“ der Tageszeitung „Die Welt“. Von 2013 bis 2014 leitete sie in der Nachfolge Marcel Reich-Ranickis die „Frankfurter Anthologie“ in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und gründete das FAZ-Literaturforum. Seit 2015 ist sie stellvertretende Aufsichtsrätin in der Suhrkamp Verlag AG und Mitglied im Stiftungsrat der Alfred Landecker Foundation. Sie erhielt viele Auszeichnungen:  u. a. das Bundesverdienstkreuz, den Bayerischen Verdienstorden, 2020 den Heinrich-Heine-Preis. Sie lebt in München und wurde 2019 Ehrenbürgerin der Stadt. Foto: © Stephan Rumpf.

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