Veranstaltungen der Monacensia in München: Mai bis Oktober 2026

Frau mit verschränkten Armen vor einem langen Bücherregal: Rachel Salamander in der Literaturhandlung. Ausstellung in der Monacensia ab 20. Mai 2026.

Die Monacensia im Hildebrandhaus lädt von Mai bis Oktober 2026 zu einem vielseitigen Programm aus Lesungen, Ausstellungen, Workshops und Stadtspaziergängen ein. Literarische Perspektiven verknüpfen Geschichte und Gegenwart Münchens und werfen neue Blicke auf seine kulturellen Netzwerke. Viele Veranstaltungen sind kostenfrei, für einige ist eine Anmeldung erforderlich.

Veranstaltungen der Monacensia 2026: Lesungen, Workshops & Stadtspaziergänge

Meinungsfreiheit: Der Poetik Salon

Am 5. Mai um 19 Uhr findet anlässlich der Woche der Meinungsfreiheit ein Poetik Salon statt. Die Hosts und Autor*innen Dagmar Leupold und Norbert Niemann sprechen mit dem Autor und Lektor Georg M. Oswald über enger werdende Spielräume und Selbstzensur.

Ausgehend von der Frage, wie sich Sprache in einer polarisierten Öffentlichkeit verändert, diskutieren die Gäste über die Bedingungen literarischer Freiheit, über Kommerzialisierung, verletzende Sprache und die wachsende Sensibilität für Diskriminierung. Welche Formen von (Selbst-)Zensur folgen daraus?
Das Publikum ist eingeladen mitzudiskutieren – in entspannter Atmosphäre bei Wein, Käse und Trauben.

Nationalsozialismus und Recherche

In der Dauerausstellung «Maria Theresia 23. Biografie einer Münchner Villa» wird die Geschichte des Hildebrandhauses erzählt. Am 12. Mai um 17 Uhr bietet Kuratorin Sylvia Schütz eine Führung durch die Ausstellung an und spricht darüber, wie sich die Biografie eines Hauses befragen und erzählen lässt.

Im Anschluss folgt um 19 Uhr ein Gespräch mit dem Historiker und Autor Johannes Spohr und Felicitas Friedrich (Monacensia) über aktuelle Entwicklungen in der Erinnerungskultur und darüber, wie sich das Schreiben über NS-Täter*innenschaft in Familien verändert. Spohr forscht seit Jahren zu NS-Familiengeschichten. Sein Buch «Present Past» versammelt persönliche Recherchen und Perspektiven auf den Umgang mit den Ergebnissen.

Wer tiefer in das Thema einsteigen möchte, kann sich für den Rechercheworkshop «Der Nationalsozialismus in Familie und Gesellschaft» mit Johannes Spohr anmelden. Am 13. Mai von 10 bis 17 Uhr erhalten die Teilnehmenden eine fundierte Einführung in Methoden der personenbezogenen NS-Recherche, praktische Tipps für die eigene Arbeit und Raum für individuelle Fragen.

Zettel, Fragebogen, Bilder, Mappe und Stift: Visual zum Workshop Nationalsozialismus in Familie und Gesellschaft von Johannes Spohr. Eine Veranstaltung der Monacensia in München in 2026
Workshop: Nationalsozialismus in Familie und Gesellschaft. © Johannes Spohr.

SneakPeak-Archivalienschau

Am 7. Mai um 17.30 Uhr haben Sie bei der zweiten Ausgabe der «SneakPeak-Archivalienschau» wieder die Möglichkeit, Einblick ins Literaturarchiv zu erhalten. Die Reihe stellt ausgewählte Dokumente, Objekte und Geschichten vor und rückt dabei neue thematische Schwerpunkte in den Mittelpunkt.

In der Mai-Ausgabe spricht Archivleiter Thomas Schütte über die Monacensia im Nationalsozialismus.

Orangenes Wählscheiben-Telefon mit abgelegten Hörer: Visual für die Sneak-Peak-Archivalienschau der Monacensia in 2026.
SneakPeak-Archivalienschau: Zweite Folge. Gabi Lodermaier für das Programm „Apparat 13, Veiglhofer“, © Alfred Küng, Katharina Kuhlmann.

Literatur & Haltung: Das Begleitprogramm zur Ausstellung

Ab dem 20. Mai ist in der die Monacensia die neue Sonderausstellung «Literatur & Haltung. Rachel Salamanders Archiv» zu sehen. Dazu ist ein vielseitiges Begleitprogramm geplant, das literarische, historische und politische Perspektiven miteinander verbindet.

Den Auftakt macht Barbara Honigmann, die am 9. Juni um 19 Uhr aus ihrem neuen Erinnerungsbuch «Michka» liest. Darin erzählt sie vom Leben und Überleben der Freunde ihrer Eltern, die den Lagern der Nazis und dem Gulag entkamen. Das Buch blickt auf jüdische kommunistische Intellektuelle, die für ihre Überzeugungen einen hohen Preis zahlten und dennoch immer wieder Wege des Widerstands fanden.

Porträt einer Frau, die in die Kamera blickt: Barbara Honigmann.
Barbara Honigmann. © Peter-Andreas Hassiepen

Der Abend gehört zur neuen Lesereihe «Literatur & Haltung». Diese versteht sich als Einladung, Texte zu hören, die durch sprachliche Eigenständigkeit und geistige Entschiedenheit geprägt sind. «Haltung» meint dabei nicht Belehrung, sondern eine Weise, in der Welt zu stehen – sichtbar in Sprache und Form, mit einem wachen Blick auf die Gegenwart.

Am 30. Juni um 19 Uhr folgen die Lesung und das Gespräch zu Chaim Grade: «Mein Streit mit Hirsch Rasejner» mit Susanne Klingenstein und Rachel Salamander. Im Mittelpunkt steht der eindringliche Dialog zweier Jugendfreunde, die sich 1948 in Paris begegnen und über Glauben, Überleben und den Zustand der Welt streiten. Die Veranstaltung macht einen jiddischen Autor sichtbar, dessen Werk bis heute eine große Aktualität besitzt.

Buchcover: Chaim Grade. Mein Streit mit Hirsch Rasejner. Paris 1948. © Suhrkamp Verlag
Chaim Grade. © Suhrkamp Verlag.

Erinnerungsarbeit & Anti-Antisemitismus

Am 26. Juni von 10 bis 17 Uhr findet der Workshop «Text und Gewalt. Antisemitismus in der Literatur» mit Eva Marburg und Kathrin Hain statt. Er richtet sich an Interessierte ebenso wie an Kunst- und Kulturarbeitende und fragt danach, wie antisemitische Erzählungen, Bildwelten und Weltanschauungen in Texten auftreten und wirken können.

Anhand theoretischer Inputs und konkreter Beispiele vermittelt der Workshop Grundlagen für den Umgang mit literarischem Antisemitismus. Er ist eine Einladung, sich mit tradierten Erscheinungsformen auseinanderzusetzen und die eigenen Sensibilitäten im professionellen Alltag zu schärfen. Die Veranstaltung ist Teil des Begleitprogramms zur Ausstellung «Literatur & Haltung. Rachel Salamanders Archiv» und findet in Kooperation mit dem Institut für Neue Soziale Plastik statt.

  • Der Workshop ist auf 25 Personen begrenzt.
  • Anmeldung mit kurzer Motivation per E-Mail über den Anmeldelink

Ausstellungen in der Monacensia: Literatur & Geschichte in München

«Maria Theresia 23. Biografie einer Münchner Villa»

Die Ausstellung widmet sich der Geschichte des Hauses in der Maria-Theresia-Straße 23, heute Sitz der Monacensia, und erzählt von den Menschen, die hier lebten und wirkten.

Visual zur Ausstellung «Maria Theresia 23. Biografie einer Münchner Villa» in der Monacensia im Hildebrandhaus.
Ausstellung «Maria Theresia 23. Biografie einer Münchner Villa» in der Monacensia im Hildebrandhaus.

Führungen durch unsere Ausstellungen

Die MVHS führt ab 16. Mai zweiwöchentlich um 16 Uhr durch die Dauerausstellung «Maria-Theresia 23. Biografie einer Münchner Villa».

Ab 23. Mai führt die MVHS zudem jeden Samstag um 14.30 Uhr durch die neue Sonderausstellung «Literatur & Haltung. Rachel Salamanders Archiv».

  • Anmeldung ist erforderlich, Termin und Infos über die MVHS.

Kurator*innenführungen zu «Literatur & Haltung»

Wir bieten Kurator*innenführungen mit Sylvie Schütz und Patrick Geiger durch die Ausstellung «Literatur & Haltung. Rachel Salamanders Archiv» an.

#FemaleHeritage & Stadtspaziergänge in München

Frühe Feministinnen

Auch das Projekt #FemaleHeritage bleibt im Sommer 2026 präsent. Am 14. Juli um 19 Uhr liest Bianca Walther, bekannt als Frauen von damals, aus ihrem Buch «Die Vorkämpferinnen», in dem sie frühe Feministinnen des Kaiserreichs porträtiert. Frauen wie Helene Lange, Minna Cauer, Alice Salomon oder Clara Zetkin stehen dabei für Kämpfe um Bildung, Rechte und gesellschaftliche Teilhabe.

Mit historischer Präzision und erzählerischem Gespür zeichnet Walther Lebenswege nach, die den Grundstein für die erste Frauenbewegung legten. Gemeinsam mit der Autorin geht die Monacensia der Frage nach, wie Frauen Geschichte schreiben – und wie ihre Geschichten erinnert, weitergetragen und neu erzählt werden.

Stadtspaziergänge durch Bogenhausen

Am 23. Juli um 16.30 Uhr und am 27. September um 11 Uhr führt die Historikerin Lilly Maier auf dem Stadtspaziergang «Jüdisches Leben im Nachkriegs-Bogenhausen» durch ein wichtiges Kapitel Münchner Geschichte. Rund um die Möhlstraße entwickelte sich nach dem Zweiten Weltkrieg ein Zentrum jüdischen Lebens mit Hilfsorganisationen, medizinischen Einrichtungen, kulturellen Institutionen und einem viel besuchten jüdischen Markt.

Der Spaziergang macht sichtbar, wie stark das Viertel von jüdischen Überlebenden, Initiativen und Alltagsorten geprägt wurde.

  • Treffpunkt: Friedensengel
  • Teilnahme ist kostenfrei.

Zur Einstimmung auf den Stadtspaziergang im MON Mag:

Die Freund*innen der Monacensia

Am 23. Juni um 19 Uhr lädt der Verein Freund*innen der Monacensia zu einer Veranstaltung anlässlich des 100. Geburtstags von Ingeborg Bachmann ein. Unter dem Titel «Franz-Joseph-Straße 1958» sprechen Christiane Wyrwa und Matthias sowie Nicola Bardola über die Dichterin und ihren Aufenthalt in München.

Die Freund*innen der Monacensia unterstützen Ausstellungen, Veranstaltungen und Projekte rund um Münchens Literatur- und Kulturgeschichte. Mitglieder erhalten unter anderem das Jahrbuch der Monacensia sowie Einladungen zu besonderen Veranstaltungen und Einblicke hinter die Kulissen.

Kurz vor den Sommerferien am 18. Juli laden wir alle Besucher*innen und Kooperationspartner*innen von 16 bis 22 Uhr herzlich zu unserem Sommerfest ein.

Frau im Halbprofil vor einem Spiegel stehend: Ingeborg Bachmann.
Ingeborg Bachmann in Rom, 1962. © Heinz Bachmann, Familienarchiv Bachmann.

Weitere Veranstaltungen im Herbst 2026

Am 8. September um 19 Uhr spricht Felicitas Friedrich im Artist Talk mit der bildenden Künstlerin Miriam Salamander über Konzept, Material und Entstehung ihrer Werke für die Ausstellung «Literatur & Haltung. Rachel Salamanders Archiv». Im Zentrum steht Papier als Träger von Zeichen, Schrift, Karten und Informationen.

Am 10. September um 17.30 Uhr folgt eine weitere Ausgabe der SneakPeak-Archivalienschau, diesmal unter dem Thema «Liebesbriefe im Archiv» mit Thomas Schütte.

Am 20. Oktober um 19 Uhr schließt das Podiumsgespräch «Wie wir erinnern» mit Céline Wendelgaß, Lena Gorelik, Talya Feldman und dem Magazin of Color an die Ausstellung an und fragt nach Erinnerungskultur in einer pluralen Gesellschaft. Das Gespräch finden in Kooperation mit ausARTen. Perspektivwechsel durch Kunst statt.

Am 22. und 23. Oktober findet die Tagung «Das Jüdische im Archiv. Historische und aktuelle Perspektiven» statt. Wissenschaftler*innen verschiedener Disziplinen beschäftigen sich mit den Fragen: Welche Funktionen haben Archive haben in der modernen jüdischen Geschichte? Was macht das Jüdische eines Archivs eigentlich aus? Die Tagung wird in Kooperation mit dem Lehrstuhl für jüdische Geschichte und Kultur der LMU veranstaltet.

Am 29. Oktober um 17.30 Uhr widmet die SneakPeak-Archivalienschau kurz vor Halloween dem Thema «Okkultismus und Transzendenz in den Nachlässen der Monacensia» mit Matthäus Feigk.

Frau mit verschränkten Armen vor einem langen Bücherregal: Rachel Salamander in der Literaturhandlung. Ausstellung in der Monacensia ab 20. Mai 2026.
Rachel Salamander in der Literaturhandlung. © Kerstin Schuhbaum
Alle Veranstaltungen der Monacensia von Mai bis Oktober 2026 im Überblick

5. Mai, 19 Uhr
Poetik Salon mit Dagmar Leupold, Norbert Niemann und Georg M. Oswald

7. Mai, 17.30–18 Uhr
SneakPeak-Archivalienschau «Die Monacensia im Nationalsozialismus»

12. Mai, 17 Uhr
Kurator*innenführung «Maria Theresia 23» mit Sylvia Schütz

12. Mai, 19 Uhr
Gespräch zu NS-Familiengeschichte mit Johannes Spohr und Felicitas Friedrich

13. Mai, 10–17 Uhr
Workshop «Der Nationalsozialismus in Familie und Gesellschaft»

9. Juni, 19 Uhr
Lesung mit Barbara Honigmann

23. Juni, 19 Uhr
Veranstaltung der Freund*innen der Monacensia zu Ingeborg Bachmann

26. Juni, 10–17 Uhr
Workshop «Text und Gewalt. Antisemitismus in der Literatur»

30. Juni, 19 Uhr
Lesung & Gespräch zu Chaim Grade mit Susanne Klingenstein und Rachel Salamander

9. Juli, 18.30–19 Uhr
SneakPeak-Archivalienschau «Klaus Mann – Schreiben im Exil»

14. Juli, 19 Uhr
Lesung mit Bianca Walther

18. Juli, 16–22 Uhr
Sommerfest der Monacensia

23. Juli, 16.30 Uhr und 27. September, 11 Uhr
Stadtspaziergang «Jüdisches Leben im Nachkriegs-Bogenhausen»

8. September, 19 Uhr
Artist Talk mit Miriam Salamander

10. September, 17.30–18 Uhr
SneakPeak-Archivalienschau «Liebesbriefe im Archiv»

20. Oktober, 19 Uhr
Podiumsgespräch «Wie wir erinnern»

22. Oktober und 23. Oktober
Tagung «Das Jüdische im Archiv. Historische und aktuelle Perspektiven»

30. Oktober, 17.30–18 Uhr
SneakPeak-Archivalienschau «Okkultismus und Transzendenz in den Nachlässen der Monacensia»

Praktische Infos

Die meisten Veranstaltungen in der Monacensia sind kostenfrei, für einige ist eine Anmeldung erforderlich. Das Programm verbindet Literatur, Archivarbeit, Erinnerungskultur und Gegenwartsfragen – und macht das Hildebrandhaus auch 2026 zu einem lebendigen Ort des Austauschs.

Autor*innen-Info

Profilbild Monacensia

Monacensia

Hier veröffentlicht die Redaktion der Monacensia Beiträge zu den MON_Mag Kategorien.

Beitrag teilen

Facebook
WhatsApp
X
Pinterest
LinkedIn
Reddit
Email
Print
Facebook

Empfohlene Beiträge

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Weitere Beiträge

Newsletter

Mit unserem monatlichen Newsletter seid ihr stets über die aktuellen Veranstaltungen, Themen und Artikel aus dem MON_Mag der Monacensia auf dem Laufenden.

Wir freuen uns auf euch!



Anmelden