Wie wurde und wird hebräische Literatur in Deutschland gelesen, übersetzt und verlegt? Anat Feinberg zeichnet eine wechselvolle Rezeption seit der Weimarer Republik nach, mit dem Schwerpunkt auf der Zeit nach der Shoah. Sie zeigt, wie Verlage, Übersetzungen und literarische Begegnungen die Wahrnehmung hebräischer und israelischer Literatur bis in die Gegenwart geprägt haben.
Dieser Text ist ein Beitrag zur Sonderausstellung «Literatur & Haltung»*, die ab 20. Mai 2026 in der Monacensia zu sehen ist.
Anfänge: Hebräische Literatur in Deutschland vor 1948
Übersetzungen hebräischer Literatur ins Deutsche können auf eine erstaunlich lange Tradition zurückblicken. Belletristische Werke in hebräischer Sprache sowie in deutscher Übersetzung erschienen noch vor der Gründung des Staates Israel (1948). In der Weimarer Republik, die für osteuropäische jüdische Intellektuelle ein «vorübergehender Zufluchtsort» war, lebten zeitweise führende Autoren, darunter Chaim Nachman Bialik, Saul Tschernichowski und Samuel Josef Agnon.

Zu den hebräischen Werken, die damals verlegt wurden, zählt die vierbändige Ausgabe des Nationaldichters Bialik, von dem zu dieser Zeit auch mehrere Gedichte ins Deutsche übersetzt wurden. In den Jahren 1913 bis 1924, in denen Agnon in Deutschland lebte, sowie danach, wurden einige seiner Erzählungen ins Deutsche übertragen. Etwas später, in den 1930er-Jahren, kamen im Schocken Verlag nicht nur hebräische Originaltexte Agnons, sondern ebenfalls deutsche Übersetzungen zahlreicher seiner Werke heraus, darunter «In der Gemeinschaft der Frommen» (1933; 1935) und «Der Verstoßene» (1938) – die letzte Publikation vor der Shoah.
In der Schocken-Reihe erschienen in jenem Jahrzehnt auch Micha Josef Berdyczewskis «Aus einer Judenstadt» (1936) und Jehuda Halevis «Zionslieder» (1933).
Auffallend ist dagegen, dass die allererste deutsche Ausgabe von Tschernichowskis Lyrik, übersetzt und kommentiert von Jörg Schulte, erst 2020 (!) herauskam.

Zögernde Annäherung: Die Rezeption nach der Shoah
Nur zögernd näherte man sich in der Bundesrepublik nach der Shoah der Literatur des jungen israelischen Staates. Die ersten Schritte fanden – kaum überraschend – nicht auf deutschem Boden, sondern in der benachbarten, «neutralen» Schweiz statt. Die Zürcher Zeitung «Die Tat» druckte im Juli 1949 «Dichterische Erstlinge des Landes Israel» ab. Zehn Jahre später veröffentlichte die illustrierte Zweimonatsschrift «Hortulus» in ihrer Ausgabe Nummer 37 «Neue Dichtung aus Israel». 1964 erschienen in der Eidgenossenschaft zwei weitere Anthologien: Jacob Mittelmanns «Hebräische Erzähler der Gegenwart» sowie Eva Rottenberg-Koralniks «Schalom».
1960er- und 1970-er Jahre: Zwischen Neugier und Distanz
Im Verlauf der 1960er-Jahre verlagerte sich der verlegerische Schwerpunkt dann unverkennbar in die Bundesrepublik. Im Fokus stand der Prosaautor Samuel Josef Agnon. Die Verleihung des Nobelpreises für Literatur 1966 lenkte die Aufmerksamkeit auf den Schriftsteller, der in der deutschen Presse «ausnahmslos in den höchsten Tönen gelobt [wurde], um dann als schwierig erklärt zu werden», so die Literaturwissenschaftlerin Ute Bohmeier.
Infolge der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Israel und der Bundesrepublik (1965) wuchs die Neugier auf das Land, seine Bevölkerung und seine jüngere Geschichte. Israel für sich zu entdecken, gar ein freiwilliges Jahr im Kibbuz zu verbringen – das war das Anliegen vieler. Zur Annäherung an Land und Leute gehörte ebenfalls die Erkundung der Literatur. Erschienen zwischen 1945 und 1959 nur acht Titel in Übersetzung, so waren es in den 1960er-Jahren bereits 26.
Ein Jahrzehnt später stieg diese Zahl auf 48 Titel, der Großteil darunter von dem in Budapest geborenen Satiriker Ephraim Kishon. Mehr als 32 Millionen seiner Bücher wurden im deutschsprachigen Raum verkauft. Seine Werke voller Humor, Spott und Ironie, häufig in der meisterhaften Übersetzung von Friedrich Torberg, haben das Israel-Bild vieler Deutschen mitgeprägt. Kishon hat zweifellos «ein wichtiges Fundament gelegt und das Interesse einer großen Leserschicht für Israel geweckt», so die Literaturagentin Eva Rottenberg- Koralnik.
Einen beachtlichen Verkaufserfolg erzielte Dan Ben-Amotz’ «Masken in Frankfurt» (1970). Der Roman war eines der ersten hebräischen Prosawerke, das Deutschland zum Schauplatz hatte und dabei die Verquickung von Vergangenheit und Gegenwart thematisierte. Dennoch hielten sich damals die Verlagshäuser noch zurück. Dazu kam ein Mangel an Übersetzerinnen und Übersetzern.
Die 1980er-Jahre: Neue Stimmen, neue Übersetzerinnen und Übersetzer
Ein wachsendes Interesse an der israelischen Literatur zeigte sich in den 1980er-Jahren. Im Mittelpunkt stand eine anspruchsvolle Prosa, die sich mit dem israelischen Alltag sowie den politischen Problemen des Landes auseinandersetzte, dabei neue Erzählformen und Stilmittel erprobte. In der zweiten Hälfte dieses Jahrzehnts stieg die Zahl der hebräischen Titel um fast 60 Prozent. Darunter waren die ersten Prosawerke von Yoram Kaniuk, Amos Oz, Abraham B. Jehoschua, Aharon Appelfeld und David Shahar sowie Gedichte von Jehuda Amichai und Tuvia Rübner.
Die unverkennbare Veränderung im Zugang zur hebräischen Literatur lässt sich auch anhand der Suche nach kompetenten Übersetzerinnen und Übersetzern feststellen. Wurden zuvor einige hebräische Bücher aus einer Drittsprache ins Deutsche übertragen – beispielsweise Amos Oz’ «Mein Michael» aus dem Englischen – so gab man sich nun verstärkt Mühe, aus dem hebräischen Original zu übersetzen. Im Impressum tauchten im Verlauf der folgenden Jahre jene Namen auf, die längst zum Kern der Gruppe vorzüglicher Übersetzerinnen und Übersetzern gehören u. a: Mirjam Pressler, die 2019 verstorben ist, Ruth Achlama, Anne Birkenhauer, Barbara Linner, Helene Seidler, Stefan Siebers und Markus Lemke.
Doch nicht nur Prosawerke jüngerer Autorinnen und Autoren die mittlerweile zum «Kanon» der modernen hebräischen Literatur zählen, erschienen in renommierten deutschen Verlagen. Ebenfalls wuchs die Neugier auf israelische Kinder- und Jugendbücher. Im Laufe der 1980er-Jahre erschienen die ersten Bände führender Jugendbuchautorinnen und Jugendbuchautoren wie Uri Orlev oder Nira Harel.
Ein weiterer Bereich, der Interesse weckte, war das israelische Drama. Joshua Sobols Bühnenstück «Ghetto» (1984) folgten unter anderem «Weiningers Nacht» und «Die Palästinenserin». Mittlerweile wurden Theaterstücke weiterer israelischer Autorinnen und Autoren auf deutschen Bühnen aufgeführt. Doch Sobol, der immer wieder heiße politische Eisen anpackt, ist der bekannteste israelische Dramatiker in Deutschland.
Literarische Begegnungen zwischen Israel und Deutschland
Am Rande des Literaturbetriebs fanden seit Mitte der 1980er-Jahre einige Autorentreffen statt, die israelische und deutsche Schriftstellerinnen und Schriftsteller zusammenführten. Es wurde gemeinsam gelesen und diskutiert – mitunter auch vor Publikum – in einem genuinen Versuch, die Literatur des Gegenübers kennen- und verstehen zu lernen. Das erste Treffen fand im Mai 1985 in Haifa statt. Prominente israelische Autorinnen und Autoren, unter ihnen Joshua Sobol, Anton Schammas und Abraham B. Jehoschua, trafen sich mit deutschen Kolleginnen und Kollegen, darunter Horst Krüger und der DDR-Autor Stefan Heym.
Durch das erste Treffen ermutigt, gingen die Veranstalter 1986 ein größeres Wagnis ein: Diesmal traf man sich in Ostberlin! Dies war eine kleine Sensation, denn die DDR hat bekanntlich Israel nicht anerkannt und einen pro-arabischen Standpunkt eingenommen. Dementsprechend war dort die israelische Literatur eine Unbekannte.
Fast zur gleichen Zeit bot die von Rachel Salamander 1982 in München gegründete Literaturhandlung israelischen Autorinnen und Autoren ein viel beachtetes Forum. Später kamen auch Literaturhäuser in verschiedenen Städten hinzu.

Die 1990er-Jahre: Kanonisierung und Vielfalt
Seit Beginn der 1990er-Jahre nahm das Interesse an der hebräischen Literatur stark zu. Zu nennen sind in diesem Zusammenhang drei von dem deutschen Schriftsteller Christoph Meckel zusammen mit Efrat Gal-Ed herausgegebene Anthologien israelischer Prosa und Gedichte (1989, 1993, 1995). Fast 250 neue Titel wurden bis 2000 auf Deutsch verlegt. Neben Werken der bereits Genannten erschienen mehrere Romane aus der Feder der sogenannten 48er Generation. Fast alle waren «Sabras», das heißt, geboren und aufgewachsen im vorstaatlichen Israel. Sie hatten den Unabhängigkeitskrieg erlebt und schrieben darüber sowie über die neue nationale Identität. Zu ihnen gehörten Aharon Megged und S. Yizhar (seine bahnbrechenden Erzählungen kamen bereits 1949 heraus, eine Auswahl auf Deutsch jedoch erst 1997: «Geschichten von Krieg und Frieden»).
Ebenfalls übersetzt wurden zahlreiche Prosawerke der folgenden Generation, der sogenannten Neuen Welle. Der strahlende Held wandelte sich zum ratlosen Antihelden, der jedoch keineswegs an Sensibilität für gesellschaftliche Fragen verlor. Neben Werken bekannter Autoren wie Oz und Jehoschua wurden Romane von Jehoshua Kenaz, Yeshayahu Koren und Meir Shalev sowie Prosawerke israelischer Autorinnen wie Shulamit Lapid und Ruth Almog auf Deutsch verlegt. Besonders gut verkauften sich Kriminalromane, allen voran die Bücher der Autorin Batya Gur, die für ihren Erstling «Denn am Sabbat sollst du ruhen» mit dem Deutschen Krimipreis 1993 geehrt wurde.
Zwei Verlage haben sogar ein Sonderprogramm für israelische Literatur aufgelegt. Der Verleger Heinz Bleicher sah es als seine «Pflicht und Privileg» an, den Blick der deutschen Leserschaft auf Israel zu richten. Neben Büchern von Ruth Almog, Benjamin Tammuz, Asher Reich und anderen, veröffentlichte der Bleicher Verlag die Anthologie «Rose unter Dornen: Frauenliteratur aus Israel» (1993). Abraham Teuter publizierte in seinem Dvorah bzw. Alibaba Verlag überwiegend hebräische Romane und Erzählungen von Yoram Kaniuk, Shulamith Hareven, David Schütz, Yaakov Shabtai und anderen.
Anlässlich des 50. Jahrestags der Staatsgründung Israels (1998) erlebte die israelische Literatur einen besonderen Boom. Allein drei Anthologien erschienen zur gleichen Zeit: Patricia Reimanns «Israel: Ein Lesebuch» (dtv) sowie die von mir herausgegebenen Bände «Die Erben der Propheten. Israelisches Lesebuch» (Pendo) und «Wüstenwind auf der Allee: Zeitgenössische israelische Autoren blicken auf Deutschland» (Aufbau).
Schon seit 1965 ist Israel ein fester Bestandteil der Frankfurter Buchmesse, vertreten von literarischen Agenturen sowie von Verlegerinnen und Verlegern. 1992 erhielt Amos Oz – für viele der bekannteste Vertreter der israelischen Literatur in Deutschland – den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Die Verleihungsurkunde würdigt seinen Einsatz für den Frieden und sein Engagement als prominentes Mitglied der israelischen Friedensbewegung «Schalom Achschaw» (Peace Now). 2010 bekam David Grossman, dessen Romane, aber auch Kinder- und Jugendbücher in Deutschland sehr erfolgreich sind, den gleichen Preis in Anerkennung seines Eintretens für eine Versöhnung zwischen Israelis und Palästinensern.

Israel war zudem zweimal Schwerpunkt auf der Leipziger Buchmesse (2005 und 2015). Auch auf der Leipziger Buchmesse 2025 war die israelische Literatur im Rahmen der Veranstaltungen «Jüdische Lebenswelten» und «Leipzig liest» vertreten.
Seit 2015 wird regelmäßig ein Deutsch-Hebräischer Übersetzerpreis verliehen, gefördert durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.
Seit den 2000er-Jahren: Hochkonjunktur und Internationalisierung
Mit Beginn des neuen Jahrtausends erlebte die israelische Literatur eine regelrechte Hochkonjunktur. Neben Werken der Zweiten Generation, die das Schweigen über den Holocaust zu durchbrechen und sich dem Unbeschreiblichen zu nähern versuchten – darunter Savyon Liebrecht und Nava Semel –, gewann am Anfang des Millenniums das Deutschland-Motiv an Bedeutung, zum Beispiel bei Yoram Kaniuk und Chaim Beer. Zudem wurden Bücher von David Grossman, Meir Shalev, Mira Magen, Alona Kimchi, Eshkol Nevo und Dror Mishani übersetzt – und damit sind nur einige erwähnt.
Bemerkenswert ist auch das Erscheinen von Prosawerken der israelisch-arabischen Autoren Anton Schammas und Sayed Kashua. Dazu kommen Romane, die das Schicksal orientalischer Juden in der ursprünglichen sowie in der neuen Heimat behandeln, zum Beispiel von Sami Michael, Eli Amir, Ronit Matalon und Dorit Rabinyan.
Autoren der sogenannten Anderen Welle, oft als postmodernistisch bezeichnet, wie Orly Castel-Bloom und Etgar Keret, finden in Deutschland ebenfalls eine große Leserschaft. Beachtliche Verkaufserfolge erzielten Zeruya Shalevs Roman «Liebesleben» (dt. 2000) sowie im letzten Jahrzehnt Ayelet Gundar-Goshen. Von beiden Autorinnen kamen jüngst Neuerscheinungen in deutscher Übersetzung heraus, noch bevor diese in der Originalsprache erschienen.
Hebräische Lyrikbände wurden ebenfalls ins Deutsche übersetzt, wenngleich in deutlich geringerer Zahl. Die Rezeption setzte 1962 mit zwei Gedichtsammlungen des in Lemberg geborenen David Rokeah ein. Seit den 1980er-Jahren erschienen zehn Lyrikbände von Jehuda Amichai sowie sein Roman «Nicht von jetzt, nicht von hier». Zum 100. Geburtstag des in Würzburg geborenen Schriftstellers veranstaltete seine Geburtsstadt 2024 eine Tagung und widmete ihm eine Festschrift. 2013 erschien der Lyrikband «Verlorener Kontinent» des gebürtigen Berliners Nathan Zach.
Noch weitere Übersetzungen israelischer Lyriker sind hier zu nennen: Werke von Tuvia Rübner und Asher Reich – beide wie Amichai gewählte Mitglieder der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung – sowie von Dan Pagis. Einzelne Gedichte, zum Beispiel von Yona Wallach und Dalia Rabikovich, findet man in Übersetzung in diversen Zeitschriften und Anthologien. In der Edition Lyrik Kabinett bei Hanser erschien 2024 der Band «Gedicht für den unvollkommenen Menschen» von Agi Mishol, «die herausragendste und wichtigste Dichterin der zeitgenössischen hebräischen Poesie» (Ariel Hirschfeld). Im Dezember desselben Jahres erhielt sie den Horst-Bienek-Preis für Lyrik der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. Diese Auszeichnung fällt umso mehr ins Gewicht, als sie ein Jahr nach dem 7. Oktober 2023 erfolgte.

Nach dem 7. Oktober 2023: Verunsicherung und neue Realitäten
Seit dem Gaza-Krieg sind Übersetzungen hebräischer Literatur stark zurückgegangen. «Der israelische Literaturbetrieb wähnt sich boykottiert», schrieb die «Süddeutsche Zeitung». Enttäuscht und verärgert äußerten sich israelische Literaturagentinnen und Literaturagenten über die Frankfurter Buchmesse von 2025. Das Interesse an Israel war äußerst gering. Kein einziges Übersetzungsrecht sei nach Deutschland verkauft worden, beklagte sich eine Literaturagentin. So verheerend ist meines Erachtens die Lage jedoch nicht. Auf dem deutschen Buchmarkt kamen jüngst mehrere Bücher über den 7. Oktober und dessen Folgen heraus, darunter Eli Sharabi: «491 Tage in den Tunnel der Hamas» (Suhrkamp), Lee Yaron: «Israel. 7. Oktober» (S. Fischer) und Amir Tibon: «Die Tore von Gaza» (Jüdischer Verlag).
«Der deutsche Buchmarkt ist festgefahren in der hebräischen Literatur von vor 25 Jahren, aber es gibt keinen generellen Widerstand, und auch keine Feindseligkeit», behauptet der israelische Autor und Verleger Dory Manor.
Mit seinem Landsmann Moshe Sakal gründete er 2024 in Berlin den Verlag Altneuland Press, der Werke im hebräischen Original sowie in Übersetzung herausbringt.
Offen äußerten sich israelische Autorinnen und Autoren zu ihren erheblichen Schwierigkeiten, nach dem Schock des Hamas-Überfalls zu schreiben.
«Ich war weit weg vom Schreiben, wollte dringendere Sachen machen, helfen, für die Soldaten backen», gestand mir Zeruya Shalev in einem Gespräch. Erst vor einigen Monaten nahm sie ihre Arbeit an einem Buchmanuskript wieder auf. Wenn alles gut geht, wird ihr neuer Roman 2027 auch in deutscher Übersetzung zu lesen sein.
In den vergangenen Monaten kamen auf dem deutschen Buchmarkt neue Romane heraus: Werke von Yishai Sarid, Asaf Gavron, Tomer Gardi, Ayelet Gundar-Goshen, Yael Neeman und Lizzie Doron, sogar Erzählungen des Nationaldichters Bialik. Belletristik israelischer Autorinnen und Autoren ist bereits in den Verlagskatalogen 2026 angekündigt, unter ihnen Prosa von Galit Dahan Carlibach und Dror Mishani. Im Verlag Altneuland Press erscheinen demnächst Bücher von Maya Arad, Gish Amit, Ruth Margalit und Itamar Orlev.
Ein neues, herausforderndes Kapitel in der Rezeptionsgeschichte der hebräischen Literatur in Deutschland hat zweifellos begonnen. Doch lassen mich die Zeichen am Bücherhorizont durchaus mit Zuversicht in die Zukunft blicken.
Kontext und Einordnung
Der Text von Anat Feinberg dokumentiert die Entwicklung der hebräischen und israelischen Literatur im deutschsprachigen Raum von den frühen Übersetzungen bis in die Gegenwart. Er beleuchtet zentrale Stationen der Rezeptionsgeschichte, die Rolle von Verlagen, Übersetzungen, literarischen Begegnungen und institutionellen Initiativen.
Der Beitrag ist Teil der Sonderausstellung «Literatur & Haltung. Rachel Salamanders Archiv», die ab 20. Mai 2026 in der Monacensia zu sehen ist.
Weiterlesen zu «Literatur & Haltung»
Rachel Salamanders Literaturhandlung: Literatur zum Judentum
Ein Blick auf die Geschichte der Münchner Literaturhandlung, die seit den 1980er-Jahren ein Forum für Literatur zum Judentum bot.
Walter Grab: Exil und geistige Heimat
Shelly Kupferberg über den Schriftsteller Walter Grab und sein Wirken zwischen Exil und deutschsprachiger Literatur.

* Dieser Beitrag entstand im Rahmen des Erschließungs- und Vermittlungsprojekts «Archiv Salamander», das umfassend von der Alfred Landecker Foundation gefördert wird.



