Lesungen, Konzerte und Ausstellungen: Die Schriftstellerin Dana von Suffrin stellt in der Monacensia ihren Debütroman „Otto“ vor – was treibt sie an.
1. Stellen Sie sich bitte kurz vor.
Mein Name ist Dana von Suffrin, ich bin Autorin und Historikerin. Obacht: Ich drehe in der Trambahn meine Musik leise, lasse aber die Kopfhörer an, dann setze ich ein unbeteiligtes Gesicht auf und belausche Ihre Gespräche. Fahre meistens mit der 25er.
2. Können Sie uns ein Buch empfehlen?
Ich empfehle gerne das Debüt meines fabelhaften Kollegen Tijan Sila: Tierchen Unlimited. Das Buch erzählt von einem Jungen im bosnischen Bürgerkrieg, es ist laut, wahnsinnig witzig und unendlich traurig, und bereits auf der ersten Seite tut dem Protagonisten der Penis weh.
3. Was verbinden Sie mit Bibliotheken?
Ich bin geschäftlich ja viel in Bibliotheken unterwegs, manchmal sind sie schäbig, manchmal prunkvoll, immer ist die Luft fürchterlich. Ich spüre manchmal so ein Schaudern, wenn ich daran denke, welche Weisheiten, welches Wissen, welche Grausamkeit und welche Naivität sich darin verbirgt, welch kleinen Teil davon ich je lesen werde, ich denke an die unendlichen Stunden, die man mit krummen Rücken über ein Stück Papier gebeugt verbracht hat – dann zieht irgendjemand die Schuhe aus, bekommt einen Hustenanfall, und meine Träumerei wird jäh beendet.
4. Und wie geht es mit der Welt weiter?
Ach, ich habe mich in ihr sowieso nie besonders wohlgefühlt…